Weiteres Finanzloch droht durch Schweizer Währung

Die Nachricht, dass die Schweiz ihren Franken vom Euro entkoppelt hat, sorgt in vielen Kommunen, die über Kassenkredite in der Schweizer Währung verfügen, für Unruhe. „Das war ein Paukenschlag, mit dem keiner gerechnet hat“, sagt auch Mülheims Kämmerer Uwe Bonan. Er sieht aber keinen Anlass, deshalb in Panik zu verfallen. 50 Millionen Euro hat Mülheim an Kassenkrediten in Schweizer Franken vor ein paar Jahren für einen Wechselkurs von 1,26 Euro aufgenommen. Heute steht der Franken bei 1,013 Euro. Müsste die Stadt den Kredit jetzt an die Schweiz zurückzahlen, machte dies ein Minus von zehn Millionen Euro aus. Diesen Verlust würden auch nicht die 2,2 Millionen Euro, die die Stadt bislang durch die Schweizer Franken sparen konnte, ausgleichen. Aber: „Eine Rückzahlung des Kredits soll auf absehbare Zeit nicht erfolgen,“ so Bonan. Deshalb gebe es auch keine direkten Auswirkungen auf die Mülheimer Kredite.

Keinen Euro drauf gezahlt

„Das Verlustrisiko ist zwar gestiegen“, sagt Uwe Bonan. Trotz erheblicher Wechselkurs-Schwankungen habe die Stadt bisher jedoch hier keinen Euro drauf gezahlt. Die Kredite aus der Schweiz würden in Mülheim noch lange benötigt und sollen verlängert werden. Der Kämmerer erhofft sich durch den niedrigeren Zinssatz im Vergleich zu Deutschland weitere Zinseinsparungen. Neue Kassenkredite in Franken werden seit längerer Zeit nicht mehr aufgenommen. Buchhalterisch muss die Stadt Ende des Jahres allerdings den neuen Wechselkurs berücksichtigen und den Wertverlust festhalten.

Aus der Politik äußerte sich gestern die FDP dazu: „In Währungsgeschäften gibt es keine Sicherheiten mehr. Daher ist es umso wichtiger, dass die Mülheimer Dienstanweisung zu keiner weiteren Kreditaufnahme in Schweizer Franken geführt hat“, sagte Fraktionschef Peter Beitz. Die Anweisung hatte seinerzeit die FDP mit der SPD auf den Weg gebracht.

Mögliche Kurskorrekturen können derweil zum Ende des Jahres auch erneut bei den RWE-Aktien anstehen. 9,8 Millionen Stück besitzt die Stadt und erlebt, wie der Kurs derzeit auf 23 Euro und zeitweise darunter gefallen ist. Erst vor einem Jahr hatte Mülheim den Wert des Aktienbestandes auf 25 Euro abwerten müssen. Bonan sieht aber auch das gelassen und verweist auf Schwankungen der Aktie im vergangenen Jahr auch Richtung 30 Euro. „Entscheidend ist, dass die Dividende wieder einen Euro beträgt.“

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