Was passiert nach der Richtungsentscheidung?

Eine Todesanzeige und Abschiedsgrüße waren nach dem Ratsentscheidung über die Zukunft zugunsten der Regler Produktion im Internet bei Facebook zu sehen. Die Worte voller Bitterkeit und Resignation stammten von Cirsten Piduhn und ihrem Lebenspartner Wayne Graves, die beide Vorstandsmitglieder im Verein Freunde der Freilichtbühne sind, der bei der Ratsentscheidung mit seinem Konzept unterlag. Piduhn ist außerdem Chefin der in Bottrop ansässigen Produktionsfirma Quest Media, die hinter den Musical-Veranstaltungen wie „König der Löwen“ steht. Die Wahl mehrerer Mitarbeiter dieser Firma in den Vorstand hatte vor bald einem Jahr für Irritationen und den Eindruck einer feindlichen Übernahme des Vereins gesorgt. Seitdem steht die Zukunft der Bühne auf der politischen Agenda.

Zeichen der Auflösung?

Sind diese Äußerungen Anzeichen für die Auflösung des Vereins? Vorsitzender Dirk Biesgen verneint energisch. Die Facebook-Kommentare wertet er zunächst als Ausdruck der Enttäuschung, Der Verein blicke aber nach vorne auf die Verhandlungen mit den Reglern, mit denen sie einen Untermietvertrag aushandeln wollen. „Wir sitzen gerade zusammen, um die Kernpunkte zu formulieren, die uns wichtig sind“, sagt Biesgen. Bei aller Emotionalität wolle man konstruktiv zusammen arbeiten. „Wir wollen nicht schmollend in der Ecke sitzen“ versichert er und zeigt sich von der Resonanz des laufenden Musicals ganz angetan. Von der Politik hätte er sich allerdings einen eindeutigeren Beschluss gewünscht, der den Abschluss eines Untermietvertrages zwingend vorsieht. Das verwundert, denn der Wortlaut des Beschlusses lässt eigentlich keine Alternative zu. So heißt es: „Zudem beschließt der Rat, den Regler Produktion e.V. im Rahmen des vorgenannten Mietvertrages zu verpflichten, einen Untervertrag mit dem „Freunde der Freilichtbühne e.V.“ abzuschließen.“

Zentral sei dem Verein etwa die Anzahl der Tage, an denen sie die große Bühne bespielen können. Bislang waren es um die 30 Termine, viel weniger dürften es auch künftig nicht sein. „Wir nehmen gerade Anlauf, um Geld für den Bau einer Bühne zurück zu legen“, erklärt er. Im Programm wolle man künftig den Musical-Anteil auf eine Produktion reduzieren und auch Theater, möglicherweise auch Kino anzubieten.

Dieser Punkt blieb bislang stets im Ungefähren, was ihnen bei der Vorlage ihres Konzeptes auch Kritik von Politik und Verwaltung eingebracht habe. Positive Rückmeldungen hätten sie bereits von der Schauspielabteilung der Folkwanghochschule und dem Schauspielstudio von Markus Hilgers erhalten. „Wenn wir nur zehn Termine bekommen, schaffen wir das nicht und wir müssten uns schon die Sinnfrage stellen.“ Zwei gleichberechtigte Vereine auf der Bühne wäre ihm wohl am liebsten gewesen, aber diese Lösung hatten schon Rat und Verwaltung ausgeschlossen.

„Wir wollen die Freunde der Freilichtbühne schon nicht am ausgestreckten Arm verhungern lassen“, versichert Hans-Uwe Koch, Vorsitzender der Regler, auf Anfrage. Gestern habe man den Vorstand zu einem Gespräch für Mitte nächster Woche eingeladen. Bevor die Gespräche aber richtig konkret werden könnten, müsste zunächst der Mietvertrag mit der Stadt ausgehandelt werden. Dafür müssen Inhalte und Konditionen mit dem für Immobilien zuständigen Amt festgezurrt werden und der Rat dem Vertrag zustimmen. Da der Vertrag Anfang Januar in Kraft treten soll, ist dafür die letzte Ratssitzung vor Weihnachten vorgesehen. Koch geht davon aus, dass die beiden Vereine Mitte Dezember dann konkret über den Untermietvertrag verhandeln können. Ansonsten feilen die Regler sam Sommer-Programm.

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