Was Mülheim-Speldorf ausmacht

Albrecht Warth wohnt schon seit 1973 in Speldorf.
Albrecht Warth wohnt schon seit 1973 in Speldorf.
Die Infrastruktur in Speldorf reicht aus, findet Lokalpolitiker Albrecht Warth. Der Ortskern müsste beruhigt werden. Belästigung durch Schrottfirma.

Mülheim. Albrecht Warth wohnt schon lange (seit 1973) in Speldorf, in der Politik mischt er erst seit Kurzem mit. Seit 2012 ist er bei den MBI, seit 2014 in der BV3 aktiv.

Was macht Speldorf aus?

Es ist grün, schön, gemütlich, hat große Waldflächen und eine ausreichende Infrastruktur bzgl. Nahversorgung, Schulen, Kitas, Sportstätten und Kultur. Die Trennung von Wohn- und Gewerbeflächen ist recht gelungen, die Verkehrsanbindung gut. Eine weiterführende Schule wäre wünschenswert.

Wie hat sich der Stadtteil in den letzten 20 Jahren entwickelt?

Auch in Speldorf hat der Bauboom zugeschlagen, wodurch viele Baulücken geschlossen wurden, dem aber leider auch zwei Sportplätze und eine Schule zum Opfer fielen. Da zum Ausgleich ein vorhandener Sportplatz zur Bezirkssportanlage ausgebaut wurde, konnte der ansässige Fußballverein verbleiben. Den durch die Neubauten erfolgten Zuzug neuer Bürger bewerte ich positiv. Als Kulturhighlight ist in den letzten 20 Jahren auch das Theater an der Ruhr nach Speldorf gekommen. Auch die Kulturbar Sol und die Kath. Akademie sind ein Gewinn für Speldorf.

Was hat sich positiv verändert?

Die Ansiedlung der Supermärkte Lidl, Rewe, Aldi, Real, Netto ist zu begrüßen, sie liegen aber leider außerhalb des Stadteilzentrums. Auf dem Gelände der ehemaligen Lederfabrik ist eine Seniorenresidenz entstanden. Ehemalige Leerstände im Ortskern sind durch Ansiedlung neuer Läden teilweise verschwunden, die Geschäftsleute beklagen aber das Fehlen von Parkplätzen vor ihren Geschäften.

Welche Themen waren Dauerbrenner im Stadtteil?

Die Umwelt- und Lärmbelästigung durch den Schrottverarbeitungsbetrieb mit den Falltürmen an der Weseler Straße und das seit Jahren weitgehend leerstehende Depot. Beide Themen wurden von der Politik, an vorderster Front den MBI, angegangen. Die Firma Jost ist dabei, an die Timmerhellstraße umzuziehen, wobei die zukünftige Nutzung des strategisch wichtigen Geländes an der Weseler Straße noch ungeklärt ist. Als Schandfleck fällt das Erdgeschoss des ehemaligen Acco-Marktes an der Duisburger Straße ins Auge. Aktueller Lichtblick ist der Beginn der Umbauarbeiten im Depot, wo ein Rewe-Markt und ein Café einziehen werden. Das wird das Ortszentrum beleben.

Wo hakt es noch? Was fehlt?

Mit der Straßenbahn 901, die den Ortskern durchfährt, wird man leben müssen. Der Durchgangsverkehr aber sollte durch vorherige Ableitung verhindert oder gedrosselt werden. Wünschenswert wäre die Erneuerung der Bürgersteige und Radwege und die Einrichtung von Parkbuchten im Ortszentrum.. Die neue Haltestelle am Bahnhof Speldorf nebst Geh- und Radwege sowie Parkbuchten zeigt, wie Vergleichbares auch im Ortskern aussehen könnte. Längerfristig ist zu wünschen, dass die Unterführung beseitigt wird, um das ungenutzte Gelände des Bahnhofs Speldorf an das Hochschulgelände anzuschließen. Sorge macht mir die Rennbahn, wo nur noch vier Rennen pro Jahr stattfinden. Es ist zu befürchten, dass angesichts der angespannten Finanzsituation unserer Stadt, dieser Zuschussbetrieb eingestellt und das Gelände einer anderen Nutzung zugeführt werden könnte.

Gibt es Probleme im Straßenverkehr und beim ÖPNV?

Soweit ich informiert bin, funktioniert der Bus-Verkehr mit den Linien 122, 124, 135 und Straßenbahnverkehr der 901 weitgehend zufriedenstellend.

Mit welchen Fragen wenden sich Bürger an Sie?

Neben den üblichen Fragen zu den städtischen Gebührenerhöhungen und der Stilllegung der Falltürme /Verlagerung der Schrottverarbeitung kommen die meisten Fragen aus den Bereichen Reduzierung von Ampelanlagen, Verkehrsberuhigung, Einrichtung weiterer gesicherter Fußgängerüberwege, wildes Müllablegen an Sammelcontainern, Parkplatzprobleme, Umweltverschmutzung durch Ablagerung von Grünschnitt an Waldrändern oder kostenintensive Erneuerung von Siedlungsstraßen, zum Beispiel an der Hubertushöhe.

Existieren genügend Treffpunkte?

Für die Senioren war es sehr bedauerlich, dass das Grundstück der Seniorenbegegnungsstätte Hubertusburg zum Zwecke von Wohnbebauung verkauft wurde. Ein gewisser Ersatz wurde im Altenheim an der Hansastraße eingerichtet. Beide Kirchen bieten Treffpunkte in Form von Jugendgruppen an, wobei für die Älteren die Einrichtung „Kolo“ besonders zu nennen ist. In Speldorf gibt es an diversen Stellen schöne Spielplätze. Zudem stehen drei Schulhöfe für Spielbetätigung nach dem Unterricht zur Verfügung. Für sporttreibende Jugendliche stehen in Verbindung mit Schulen/ Vereinen drei Turnhallen bereit. Es gibt in Speldorf die Vereine VfB Speldorf und TSV Victoria.

 
 

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