Was Brustkrebs-Vorsorge wirklich bringt

RND Mammographie - Screening Michael Schubert beurteilt Röntgenbilder.
RND Mammographie - Screening Michael Schubert beurteilt Röntgenbilder.
Foto: WR
Am Mittwoch bieten ansässige Ärzte im "Doc-Net-Mülheim" erneut eine Patientenveranstaltung zum Thema Mammographie-Screening zur Vorsorge von Brustkrebs an. Eingeladen sind alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Die WAZ hat mit dem Radiologen Dr. Heiko Pump über Vorteile und mögliche Risiken der Untersuchung gesprochen.

Mülheim.. Bei der nächsten Patientenveranstaltung der niedergelassenen Ärzte im „Doc-Net Mülheim“ geht es am kommenden Mittwoch, 18 Uhr, in der Ev. Familienbildungsstätte (Scharpenberg 1b) um das Thema Mammographie-Screening zur Vorsorge von Brustkrebs. Nachgefragt beim Referenten, dem Radiologen Dr. Heiko Pump.

Seit fünf Jahren wird das Mammographie-Screening angeboten. Wie wird das von den Mülheimer Frauen angenommen?

Dr. Heiko Pump: Sehr gut. Wir haben eine Teilnahmequote von knapp 60%. Damit liegen wir über dem Bundesdurchschnitt von 54%.

Welche Frauen kommen für diese Untersuchung in Frage?

Pump: Alle Frauen zwischen dem 50. und dem 69. Lebensjahr werden alle zwei Jahre zu einer Screening-Mammographie eingeladen. Die Frauen aus Mülheim und Oberhausen kommen zu uns in die Praxis.

Es gibt auch Frauen, die einer Röntgenuntersuchung ihrer Brust kritisch gegenüberstehen...

Pump: Bei der Einladung zur Mammographie werden Aufklärungsbögen mitgeschickt. Die Strahlenbelastung der Mammographie beträgt in etwa zehn Prozent der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung, die jeder Mensch hierzulande mitbekommt. Durch die Einführung der digitalen Technik konnte man die Strahlenbelastung reduzieren.

Wie ist das Ergebnis des Screenings zu bewerten?

Pump: Wir haben eine Krebsentdeckungsrate von 0,8%. Das bedeutet, wir haben bis Ende 2011 66.000 Untersuchungen durchgeführt und dabei knapp 500 Mammakarzinome entdeckt. Inwieweit wir es auch schaffen, die Brustkrebssterblichkeit zu reduzieren, das können wir erst über einen längeren Zeitraum erfassen. Da wird es wohl die ersten Zahlen in neun bis zwölf Jahren geben. Man darf das nicht zu kurzfristig sehen.

Anderswo ist man schon weiter?

Pump: In anderen Ländern – Holland und Skandinavien – gibt es schon 20, 30 Jahre Screening-Erfahrung. Eine schwedische Studie belegt den Langzeiteffekt des Screenings. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass man mit dem Screening – wenn man es über einen Zeitraum von 20 Jahren sieht – von 200 Frauen eine Frau vor dem Brustkrebstod bewahrt werden kann. Das hört sich jetzt vielleicht wenig an. Aber rechnen Sie das mal auf zwei Millionen Frauen hoch, dann sind es schon zehntausend Frauen, die nicht an dieser Erkrankung sterben werden.

Und andere positive Effekte sind ja noch gar nicht dabei, dass man etwa zu einem früheren Zeitpunkt behandeln kann.

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