Von vier Förderschulen bleiben nur zwei

Die Wilhelm-Busch-Schule am Springweg wird bleiben und um einen Teilstandort an der Klotzdelle (die bisherige Tersteegen-Schule) erweitert.
Die Wilhelm-Busch-Schule am Springweg wird bleiben und um einen Teilstandort an der Klotzdelle (die bisherige Tersteegen-Schule) erweitert.
Foto: Waz FotoPool

Mülheim.. Die Änderung des NRW-Schulrechtes, die künftig Mindestgrößen für Förderschulen festschreibt, hat in Mülheim weitreichende Folgen. Von den bestehenden vier Förderschulen mit verschiedenen Schwerpunkten wird es ab 1. August 2015 höchstwahrscheinlich nur noch zwei geben.

Eine erweiterte Wilhelm-Busch-Schule und die Rembergschule. Von fünf Standorten bleiben wohl vier. Der Bildungsausschuss stimmte am Montag mit großer Mehrheit einem Konzept zu, das die Überlebensfähigkeit der bestehenden Mülheimer Förderschulen an der Entwicklung ihrer Schülerzahlen misst, mit entsprechenden Konsequenzen. Gemäß der neuen Mindestgrößen-Verordnung müssen Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen 144 Schüler haben, mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung 88 Schüler, und beim Förderschwerpunkt Sprache sind 55 Schüler in der Primarstufe sowie 66 in der Sekundarstufe I gefordert. Jeder Teilstandort braucht mindestens die Hälfte der genannten Zahlen.

Für die Peter-Härtling-Schule wird es eng

Mehr als eng wird es danach für die Peter-Härtling-Schule mit dem Schwerpunkt emotionale Entwicklung, die derzeit von 63 Kindern besucht wird, Tendenz eher fallend, und damit selbst für einen Teilstandort dauerhaft zu klein. Sie soll zum 31. Juli 2015 aufgelöst werden. Den jetzigen Standort am Wenderfeld könnte man später gegebenenfalls für eine Kita nutzen, deutet die Verwaltung in ihrer Vorlage an. Die Kinder der Peter-Härtling- wechseln an einen Standort der Wilhelm-Busch-Schule. Dies soll „möglichst im Klassenverband erfolgen“, heißt es. Darum hatte auch die Schulkonferenz eindringlich gebeten.

In der bisherigen Form wird es dann auch die Tersteegen-Schule (Schwerpunkt Lernen) an der Klotzdelle nicht mehr geben, die aktuell 134 Schüler hat, mit ebenfalls sinkender Tendenz. Sie läuft als Teilstandort der Wilhelm-Busch-Schule weiter, die auch ihren weiteren Teilstandort an der Düsseldorfer Straße (LVR-Klinik) behält. Der beschriebene Förderschulverbund soll unbefristet und in integrativer Form geführt werden. Die Rembergschule gilt als langfristig gesichert.

Rat wird sich mit dem Konzept befassen

Ausdrücklich für den Verbund plädiert die zuständige Schulrätin Karin Lennartz: Sie bewertet ihn als „sinnvolle Maßnahme“, um eine stabile Förderschule zu schaffen, und meint ausdrücklich auch: „Die Lehrerversorgung der Wilhelm-Busch-Schule mit der Dependance Tersteegen-Schule ist mit zumutbaren Fahrtwegen gewährleistet.“

Trotz „gewisser Bedenken“, wie sie aus mehreren Fraktionen geäußert wurden, ist die politische Richtung nun klar. Der Rat wird sich in seiner Sitzung am 17. Dezember mit dem Förderschulkonzept befassen und aller Voraussicht nach auch in diesem Sinne beschließen.

Kritische Elternstimmen

Auch die Schulkonferenzen aller drei betroffenen Förderschulen haben sich mit der geplanten Neustrukturierung befasst. Ihre Beschlüsse, die den politischen Vertretern vorliegen, fallen erwartungsgemäß sehr unterschiedlich aus.

Einhellige Zustimmung kommt von Seiten der Wilhelm-Busch-Schule, wo man auch „keine Alternative unter der geltenden Rechtslage sieht“. Differenzierter wird das Modell von Vertretern der Tersteegen-Schule betrachtet. Sie werten es als Chance, den bisherigen Standort an der Klotzdelle zu erhalten, und heißen die bald hinzu kommenden Schüler und Lehrer der Peter-Härtling-Schule „herzlich willkommen“. Kritisiert wird jedoch, dass die Schulleitung vor Ort wegfallen soll.

Eltern befürchten Verschlechterung

Die Schulkonferenz der Peter-Härtling-Schule spricht sich gegen die Schließung bzw. Zusammenlegung aus. Es heißt: „Besonders die Eltern sehen in der neuen Entwicklung eine erhebliche Verschlechterung der Förderung ihrer Kinder.“

Unberührt von den Veränderungen bleibt die Rembergschule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“: Sie wird von Kindern besucht, deren Familien nur in seltenen Einzelfällen eine Regelschule wählen. Die Verwaltung geht davon aus, dass dies so bleibt und auch künftig die Mindestgröße von 144 Schülern stets erreicht wird.

Derzeit besuchen 161 Kinder und Jugendliche die Rembergschule, im vorigen Schuljahr (2013/14) waren es 163, im Jahr davor 166.

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen