VHS - Bildung oder Betten?

Die Heinrich-Thöne-Volkshochschule an der Bergstraße.
Die Heinrich-Thöne-Volkshochschule an der Bergstraße.
Foto: STEPHAN GLAGLA / WAZ FotoPool

Mülheim. Was wird aus der Volkshochschule? In der Politik gibt es derzeit auch diese Überlegung: Die Bildung wandert in die Stadtteile, näher an die Bürger heran und der jetzige Hauptstandort an der Bergstraße direkt hinter Schloß Broich wird aufgegeben, abgerissen.

Damit werde Platz gemacht für ein Hotel direkt gegenüber der Stadthalle, die sich weiter zur anspruchsvollen Tagungsstätte entwickelt könnte. Realistisch? SPD und CDU warten seit gut einem Jahr darauf, dass die Kulturverwaltung ihnen ein Konzept für die Volkshochschule von morgen vorlegt. Die Forderung wurde im Zuge der Sparmaßnahmen erhoben, denn auch an der VHS müssen Einsparungen erfolgen. „Wir denken dabei auch an städteübergreifende Kooperationen, im Bildungsangebot wie beim Personal“, heißt es aus der Politik.

Investitionen wären nötig

Fakt ist, dass in das jetzige Gebäude kräftig investiert werden müsste. Der Stahl-Betonbau aus dem Jahr 1979 zeigt deutliche Spuren der Abnutzung, auch wenn der Leiter des städtischen Immobilien-Service, Frank Buchwald, betont: „Die VHS gehört nicht zu meinen großen Sorgenkindern. Da gibt es weitaus problematischere Gebäude.“

In den Brandschutz des Hauses muss die Stadt dringend investieren, dies soll in diesem Jahr erfolgen. Alles andere, so Buchwald, hänge halt von dem künftigen Konzept ab. Es gibt Städte, die inzwischen über keine zentrale VHS mehr verfügen und alles dezentral anbieten, andere haben sich mittendrin prachtvolle Bildungs-Zentren geschaffen. Die Kulturverwaltung will demnächst das Konzept vorlegen und damit die öffentliche Diskussion über die VHS der Zukunft starten.

Immer wieder mal wurde modernisiert

Immer wieder mal sei in den vergangenen Jahren an der Modernisierung des Hauses gearbeitet worden, erklärt die kommissarische Leiterin Sylvia Sauerteig. Etwas heller, freundlicher habe man das Gebäude gestaltet. Doch mit Blick auf den Kunden, und das sind rund 14.000 im Jahr, wünsche sie sich mehr Modernität wie auch so mancher Besucher, der heutzutage Bildung in einem anspruchsvolleren Ambiente erwartet und dies auch offen sagt.

Vieles an der Bergstraße hat halt den Charme der 70er Jahre. Auch die Toilettenanlagen seien erneuerungsbedürftig wie die Kälte- und Wärmeregelung des Hauses, die Sylvia Sauerteig in dem jetzigen Zustand für teuer hält. „Aber wir wissen natürlich auch, wie es finanziell in der Stadt aussieht.“

 
 

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