Verkürzte Kampagne der Mülheimer Grünen

Foto: Jakob Studnar

Mülheim.. So wenig Werbung war nie: Mit einer auf drei Wochen verkürzten Kampagne gehen die hiesigen Grünen in die Landtagswahl am 13. Mai: „Es ist eine seltsame Situation“, sagt Barbara Steffens, Landesministerin und Direktkandidatin u.a. für Mülheim, „dass überall Wahlkampf tobt, nur in meinem eigenen Wahlkreis nicht“.

Bürgerentscheid zur Bruchstraßenschule

Erst ist am Sonntag der Bürgerentscheid zur Bruchstraßenschule zu bewältigen, bei dem man der SPD „spinnefeind“ ist, wie der Vorstandssprecher der Mülheimer Grünen, Wolf Jürgen Richter, formuliert. Erst dann will man das überörtliche Ziel werbetechnisch angehen: „Wir werden alles daran setzen, dass Rot-Grün weiterläuft.“

So sieht es auch die unlängst einstimmig nominierte Kandidatin, die bei der Landtagswahl im Mai 2010 in Mülheim 8,5 % der Erststimmen holte (insgesamt kamen die Grünen in der Stadt auf 12,5 %), diesmal jedoch kein prozentual messbares Ziel für sich formuliert, sondern dafür antritt, „dass wir eine gestärkte rot-grüne Landesregierung haben“. Zugleich möchte Steffens mit Themen punkten, „die wirklich eine grüne Handschrift tragen“, wenn nicht gar ihre persönliche: Sie nennt ausdrücklich den verschärften Nichtraucherschutz, der bereits in einen Gesetzentwurf gegossen war, als sich der Landtag Mitte März auflöste.

Mehr barrierefreier Wohnraum

Städteübergreifend will Barbara Steffens die Umgestaltung des Ruhrgebietes zu einer „grünen Metropole Ruhr“ vorantreiben, energetische Sanierung verbinden mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Dass dies nur mit Hilfe engerer Kooperationen zwischen Kommunen geht, ist ihr klar.

Mit Blick auf Mülheim als eine der ältesten Städte des Landes, was die Bevölkerungsstruktur angeht, hebt die grüne Kandidatin den „Masterplan Quartierentwicklung“ hervor, den die Grünen in Arbeit hätten, um vor Ort barrierefreien Wohnraum und Versorgungsangebote zu schaffen, die dem steigenden Anteil älterer, teils dementer Menschen Rechnung tragen. Als weiteren Schwerpunkt erwähnt die amtierende Fachministerin schließlich das geplante Gesundheitszentrum in Bochum, das landesweit ausstrahlen und vernetzen soll.

Ihre personenbezogenen Wahlplakate, die ein Porträtfoto neben dem schlichten Slogan „Barbara Steffens - macht den Unterschied“ präsentieren, sind noch in Druck. Und das 23 Tage vor der Wahl.

 

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