Verhandlungen um Betreiberwechsel für Wohnpark Dimbeck

Annette Lehmann
Wohnpark Dimbeck.
Wohnpark Dimbeck.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Mülheim. Der Wohnpark Dimbeck bekommt vielleicht schon bald einen neuen Betreiber. „Es laufen Verhandlungen über eine mögliche Übernahme“, erklärte nun Susanne Palmer, Vorstand der Anderson Holding, gegenüber der WAZ. „Ob es dazu kommt, kann sich in den nächsten ein bis zwei Monaten entscheiden.“ Der Betrieb des Hauses, zu dem 95 stationäre Pflegeplätze und rund 50 Appartements für Betreutes Wohnen gehören, würde jedenfalls wie gewohnt weiter laufen.

Dass es Gespräche mit Blick auf eine neue, hoffentlich dauerhafte Lösung gibt, bestätigt Rechtsanwalt Axel Schwentker. Er hatte den Wohnpark, der im Juli 2012 auf die Anderson Holding übertragen wurde, als Insolvenzverwalter betreut, und hält auch den von Palmer skizzierten Zeitrahmen für realistisch. Anderson hatte sich letztlich gegen drei weitere ernsthaft interessierte Investoren durchgesetzt, von denen tragfähige Angebote vorlagen.

Gutachten bestätigt angemahnte Mängel

Zugleich hält Anderson am Einbehalt von Heizkostenzahlungen für die Wintersaison fest, da überhöhte Kosten von teilweise über 50.000 € pro Monat durch Mängel der Anlage verursacht seien: unzureichend gedämmte Leitungen, zu hohe Temperaturen und teils fehlende Zähler. Verantwortlich für den Zustand der Heizungsanlage sei die Medl, die ihrerseits auf Nachzahlungen um die 150.000 € pocht.

In einem Gutachten, das durch ein Mülheimer Bau-Sachverständigenbüro im April 2013 erstellt wurde und der WAZ vorliegt, werden die angemahnten Mängel bestätigt: Die Energiekosten lägen „um mindestens 50 % über üblichen Werten“ von vergleichbaren Objekten. Die Kosten für nötige Nachbesserungen werden auf ca. 300.000 € geschätzt. Von Seiten der Medl wird nicht bezweifelt, dass Baumängel bestehen, doch Anderson habe den Zustand des Objektes bei Übernahme kennen müssen: „Wir haben das Gutachten erhalten und können es vollumfänglich widerlegen“, so Geschäftsführer Hans-Gerd Bachmann. „Wir sind dafür nicht verantwortlich.“