Vallourec & Mannesmann in Mülheim modernisiert für 30 Millionen

30 Millionen Euro sollen in das Mülheimer Werk von Vallourec & Mannesmann investiert werden.
30 Millionen Euro sollen in das Mülheimer Werk von Vallourec & Mannesmann investiert werden.
Foto: WAZ
Vallourec & Mannesmann startet eine Modernisierungs-Offensive. Das Volumen: 30 Millionen Euro, die größte Modernisierung seit der Inbetriebnahme der Konti-Straße 1972. Bittere Kehrseite: Die Belegschaft schrumpft.

Mülheim. 

Bei Vallourec & Mannesmann steht jetzt für vier Wochen ein Teil der Produktion still – nicht weil die schlechte Auftragslage dies erzwingen würde, sondern weil der französische Stahlkonzern massiv in den Standort investiert. Bis Mitte Januar werden in der Fertigung die ersten Optimierungen für 12 Millionen Euro umgesetzt, und weitere 18 Millionen sind bereits bewilligt und werden im kommenden Jahr umgesetzt, wie Betriebsratschef Gerhard Oelschlegel erklärte.

Das 30-Millionen-Paket ist die größte Modernisierung seit der Inbetriebnahme der Konti-Straße 1972. Die bittere Kehrseite ist allerdings, dass die Belegschaft schrumpft.

Der Betriebsrat hatte sich im Sommer mit der Unternehmensführung aber darauf geeinigt, dass nicht wie ursprünglich geplant 300 Arbeitsplätze, sondern nur 190 abgebaut werden. Das soll bis Ende 2013 über die normale Fluktuation und Vorruhestandsregelungen gelingen.

Stillstand kommt nicht ungelegen

Gleichzeitig hat der Betriebsrat aber darauf gedrungen, dass das Unternehmen sich unverändert um Nachwuchs bemüht und die jährlich 50 Absolventen übernimmt, auch wenn dies nicht immer unbedingt am Mülheimer Standort möglich ist. Die Übernahmegarantie ist ebenso Bestand des Tarifvertrages wie die Regelung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, von der die flexiblen Arbeitskräfte endlich profitieren. „Eigentlich müssten sie wie in der Schweiz noch mehr bekommen, weil sie das Risiko tragen“, findet der Betriebsrat.

Der Stillstand der Anlagen kommt aber nicht ungelegen. „Wir sind in einer Delle“, sagt Oelschlegel. Nach einem starken ersten Halbjahr habe sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte deutlich beruhigt, so dass unterm Strich mit knapp 350.000 Tonnen immerhin das Ergebnis eines Standardjahres herauskomme. Im Krisenjahr 2009 waren es lediglich 240.000 Tonnen. Allerdings wurden von den 100 flexiblen Arbeitskräften bereits 30 wieder abgebaut. „Das erste Quartal wird noch hart, aber ab Frühjahr zeichnet schon eine Besserung ab“, sagt er über 2012.