Uneinigkeit über Veränderungen der Leineweberstraße in Mülheim

Leineweberstraße in Mülheim: Die Ampeln am Fußgängerüberweg stehen zur Disposition. Foto: Roy Glisson
Leineweberstraße in Mülheim: Die Ampeln am Fußgängerüberweg stehen zur Disposition. Foto: Roy Glisson
Foto: Waz FotoPool
Die Leineweberstraße in Mülheim soll schöner, übersichtlicher und vor allem sicherer werden. Die Pläne von Experten und Bürgern stoßen bei den Politikern der Bezirksvertretung bisher aber auf wenig Begeisterung.

Mülheim. Tempo 20 rein, Ampelanlage zum Kohlenkamp raus, dazu farblich gestaltete Pflasterungen zur besseren optischen Orientierung – die Leineweberstraße soll im Rahmen des Projektes „Simply City“ mit einfachen Mittel etwas schöner, übersichtlicher, sicherer werden. Ein permanenter Verkehrsfluss durch die Aufgabe der Ampelanlage soll zudem den Rückstau bis hin zum Berliner Platz verhindern. Doch das, was Planungsexperten und Bürger sich ausgedacht haben, stößt bei den Politikern der Bezirksvertretung auf wenig Begeisterung – bisher.

Zweifel und Sorgen

Statt dessen dominiert der Zweifel und gar die Sorge, man könne sich in der Bürgerschaft mit bunten Pflastersteinen lächerlich machen. „Wir sollten lieber mit dem wenigen Geld die kaputten Straßen sanieren“, findet Joachim Hoffmann von der FDP. Die Leineweberstraße habe andere Sorgen als eine Ampelanlage. Andere fürchten, dass Tempo 20 zu noch größeren Verspätungen beim ÖPNV führen könnte. Und die SPD will sich auf keinen Fall die Chance auf einen möglichen Zweirichtungsverkehr verbauen.

Planungsdezernentin Helga Sander verteidigte das Konzept von „Simply City“. „Wir werden damit sicherlich nicht die Probleme der Innenstadt lösen“, betonte sie. Es gehe vielmehr darum, modellhaft an ein, zwei Orten auszuprobieren, wie eine Straße oder ein Quartier übersichtlicher und durch die Entschleunigung des Verkehrs sicherer werden könne. „Hier werden keine Mittel der Straßensanierung verwendet“, so Sander.

Verkehrsschilder abgebaut

Im Zuge von „Simply City“ konnten an der Leinweber 50 Prozent der Verkehrsschilder als überflüssig abgebaut werden, ein Spitzenwert in Deutschland, heißt es. Zukunftsforscher Matthias Horx lobte kürzlich die Stadt für das Vorgehen. Manchem in der SPD wird das Ganze zu euphorisch verkauft wie die Overflys (Brücken) vor 30 Jahren. „Und heute reißen wir sie wieder ab.“ Simply City, übersetzt einfache Stadt – für die Politik derzeit noch schwierig.

 
 

EURE FAVORITEN