Umzug rollt Ende entgegen

Das Stadtarchiv zieht ins neue Gebäude der alten Augenklinik.
Das Stadtarchiv zieht ins neue Gebäude der alten Augenklinik.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Ganz zum Schluss des Gesprächs sagt Stadtarchivleiter Dr. Kai Rawe jenen Satz, der irgendwann bei jedem Umzug fällt: „Ich weiß gar nicht, wie wir das bisher alles untergebracht haben. . .“ Platz ist eben in der kleinsten Hütte – und das Gebäude an der Aktienstraße, in dem bisher die Bestände des Archivs lagerten, war bis zum letzten Winkel genutzt.

Aber keine Sorge: Dieser Umzug ist kein Grund zum Ausmisten. Alle Archivalien sollen bis zum Ende der Woche im neuen Haus der Stadtgeschichte Platz gefunden haben. Leere Umzugskartons liegen ordentlich aufgeschichtet im Flur. Doch das Meiste wird nicht hineingetragen, sondern hineingerollt. In speziellen Wagen werden etwa Papiere, Bücher, Karten, Fotos oder Dokumente transportiert. So bleibt Ordnung auf den Regalen, niemand hebt sich einen Bruch und die wertvollen Archivbestände sind geschützt. Eine Umzugs-Fachfirma wurde engagiert und deren Mitarbeiter, lobt Dr. Kai Rawe, gehen sorgsam mit den Archivalien um: „Sie haben großes Verständnis für unsere Unterlagen und die Ordnung im Archiv.“

Die neuen Räume bringen neue Möglichkeiten

In der vierten Ferienwoche rückte die Transportfirma an. Inzwischen ist das Meiste zur Von-Graefe-Straße gebracht worden, bis Ende dieser Woche soll alles am neuen Platz sein. Auch das Wetter hat bisher mitgespielt, und die Vorhersagen für die nächsten zwei Tage sind gut. Dennoch ist Dr. Kai Rawe noch nicht ganz entspannt. Er will sich nicht zu früh freuen. So formuliert es der Archivleiter vorsichtig optimistisch: „Wir haben ein gutes Gefühl.“ Man habe die Zeit gut genutzt und „wir sind sehr gut vorbereitet in den Umzug gegangen“.

Immerhin kam der nicht aus heiterem Himmel, sondern zeichnete sich seit Jahren mal mehr, mal weniger konkret ab. Also machten sich die Archivare – die als Ansprechpartner für die Transporteure vor Ort sind – genaue Gedanken über die Anordnung der Bestände. Den vorhandenen Platz wollte man optimal nutzen, zugleich Wege minimieren und vernünftige Arbeitsabläufe gewährleisten. Als Beispiel nennt Rawe die historischen Zeitungsbestände: Diese sind nun in der Nähe des Lesesaals aufbewahrt. Seltener Angefragtes lagert hingegen eine Etage tiefer. Auch Bestände, die bisher im Zwischenarchiv untergebracht waren, wie beispielsweise Plakate, werden nun ins Hauptarchiv integriert. Dazu wurde der Platz so vergeben, dass „Zuwachslücken“ bleiben, „ohne verschwenderisch mit dem Platz umzugehen“.

Die neuen Räume bringen für das Team des Stadtarchivs neue Möglichkeiten und mehr Platz auch für Veranstaltungen und Präsentationen. Diese, betont Dr. Kai Rawe, will man nutzen: „Wir haben schon an der Aktienstraße im Rahmen unserer Möglichkeiten gut gearbeitet, aber ich freue mich, dass wir hier die Chance haben, noch ein bisschen besser zu werden.“

 
 

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