Umbau startet im Speldorfer Depot

Alles muss raus: alte Bauteile, Scheiben und Ladeneinrichtungen. Das Speldorfer Depot wandelt sich bald zur Markthalle.
Alles muss raus: alte Bauteile, Scheiben und Ladeneinrichtungen. Das Speldorfer Depot wandelt sich bald zur Markthalle.
Foto: Funke Foto Services
Als historische Chance werten Bauträger, Bürger und Stadtplaner in Mülheim die Wiederbelebung der ehemaligen Straßenbahnhalle.

Mülheim. Der Umbau zur Wiederbelebung des Speldorfer Depots hat begonnen. Es soll wieder ein Magnet für den Stadtteil werden und weitere neue Geschäfte an die Duisburger Straße ziehen. Darauf setzen der Bauträger Ten Brinke, der Marktbetreiber Rewe sowie die Interessengemeinschaft Speldorf. Laut Projektleitung liegt die Investitionssumme im oberen, einstelligen Millionenbereich. Für das Frühjahr 2016 steht die Eröffnung im Baukalender. In den nächsten neun Monaten wird sich das Innere der ehemaligen Straßenbahnhalle komplett verändern.

„Die Betonverkleidungen zu den früheren Läden, die sich als Träger auf dem Platz vor der Halle fortsetzen, nehmen wir heraus. Wir möchten den Charakter der Halle für großzügige Verkaufsflächen zurückgewinnen. Das ist eine historische Chance, die wir nun nutzen“, erklärt Stephanie Szyrba, Projektleiterin bei Ten Brinke. „Wir können in diesem Depot mit historischer Bausubstanz und moderner Technik eine Markthalle verwirklichen, die wir in unserem Unternehmen noch nicht haben. Wir bekommen hier einen attraktiven Standort“, fügt Markus Adolphs, Standortplaner bei der Rewe Dortmund Großhandels-Gesellschaft, hinzu.

Verstaubte Verkaufstheke

Nach dem ersten Umbau zum kleinen Einkaufszentrum vor mehr als 20 Jahren hatten die Speldorfer bereits große Erwartungen in das ehemalige Depot gesetzt – eben eine Nahversorgungsmöglichkeit nicht nur für die Nachbarschaft, sondern für Speldorf. Was davon blieb, reißen Männer einer Abbruchfirma jetzt heraus: Zwischendecken, die alles dunkel und gedrungen erscheinen lassen. Glasscheiben und -türen, an denen noch Werbung und Namen einstiger Mieter kleben. Die komplette Verkaufstheke einer Konditorei. Wäre sie nicht so verstaubt, sähe alles wie gerade erst verlassen aus.

„Manche Mieter haben leider nicht lange durchgehalten“, schildert Stephanie Szyrba. Selbst das rot-gelbe Pennyschild klebt noch im Depot. „Demnächst sind die Oberlichter wieder frei. Die alten Stützen zum Dach nehmen wir in die Marktgestaltung auf. Auch eine alte Fliesenwand wird wieder sichtbar sein.“ Es habe fruchtbare Gespräche mit den städtischen Bauplanern und der Denkmalbehörde gegeben. Folglich werde im nächsten Jahr auch innen der Depot-Charakter wieder erkennbar sein – eben wie für eine Markthalle gemacht.

Baustart belebt das Depot

Ein Bäcker erhält neben dem Eingang seinen Verkauf im kleinen Verwaltungshaus. Davor stehen bei gutem Wetter Tische und Stühle im Außenbereich. Von der Karlsruher Straße aus wird es eine zweite Zufahrt geben „Damit die Kunden von Rewe und Sparkasse uns besser erreichen“, sagt Szyrba.

Das Geldinstitut war nie weg, hat dem Depot selbst über die Durststrecke die Treue gehalten. „Es wird für beide Seiten eine gute Sache, weil unsere Kunden auch einkaufen und ihren Stadtteil mögen“, betont Oliver Bank, Filialleiter in Speldorf. „Der Baustart ist ein positives Zeichen für die Belebung des Depots und für den Stadtteil“, ergänzt Jennifer Rosseau aus der Kommunikationsabteilung der Sparkasse.

„Wir haben viele Jahre dafür gekämpft, dass sich im Depot etwas tut. Der Baustart ist der Aufbruch in eine Zeit für ein attraktiveres Speldorf“, blickt Andreas Uhlmann, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Speldorf, nach vorn. Für Christian von Roda, Geschäftsführer von Ten Brinke, ist der Depotausbau „eine gelungene Symbiose, von historisch wertvoller Denkmalsubstanz und zeitgemäßen Einkaufsmöglichkeiten.“

Die Straßenbahn bleibt stehen, dient als Blickfang, Aktionsraum und Werbeträger. Der kleine Markt muss neuen Parkplätzen weichen. Der Fleischer hat bereits einen neuen Standort nahe der Post. Seniorinnen, die als Bauzaungäste alles beobachteten, freuten sich auf neue, kürzere Wege zum Einkaufen.

 
 

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