Umbau Rathausmarkt kann 2015 starten

Andreas Heinrich
Aus dem tristen Parkplatz (Ratshausmarkt) wird der zentrale Veranstaltungsplatz in der Innenstadt.
Aus dem tristen Parkplatz (Ratshausmarkt) wird der zentrale Veranstaltungsplatz in der Innenstadt.
Foto: WAZ FotoPool
Dank der Städtebauförderung von 4,4 Millionen Euro rückt auch die Realisierung der Hochpromenade auf der alten Bahntrasse näher. Ein Innenstadt-Beirat ist in der Gründungphase.

Mülheim. Mit der Städtebauförderung des Landes und des Bundes in Höhe von rund 4,4 Millionen Euro kann die Stadt zentrale Innenstadtprojekte nun umsetzen. Entsprechend froh war man im Rathaus, als die Nachricht von der Mülheimer Landtagsabgeordneten und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kam. „Zuschuss für die Zukunft Mülheims“, nannte sie die Förderung. Die Stadt könne ihren Umbau fortsetzen.

Zwei zentrale Projekte, die von der Städtebauförderung profitieren und nun mit Nachdruck angegangen werden können, sind die Umgestaltung des Rathausmarktes und die Errichtung der Hochpromenade auf der alten Bahntrasse. Die Neugestaltung des Rathausmarktes ist in Planung, ein Baubeschluss könnte Ende des Jahres gefasst, mit der Umsetzung nach der Winterpause begonnen werden, so Thorsten Kamp, Abteilungsleiter Städtebau und Stadtgestaltung in Mülheim. Er schätzt, dass die Umgestaltung Ende 2015 abgeschlossen sein könnte.

Café mit Dachterrasse geplant

Die Erneuerung des historischen Rathausmarktes ist ein langgehegter Wunsch der Bürgerschaft und auch der Politik. „Der Platz soll wieder eine Art gute Stube werden“, sagt Kamp. Bürger haben dafür im Rahmen des Forschungsprojektes „Innovationen für Innenstädte“ (wir berichteten) Vorschläge unterbreitet. Der triste Parkplatz an der Stelle wird von vielen kritisiert. „Für Mülheim soll der Rathausmarkt wieder der zentrale Veranstaltungsort werden“, betont Kamp. Konzerte, Kundgebungen, Feste und natürlich auch Märkte. Ob der klassische Wochenmarkt jedoch von der Schloßstraße wieder dorthin zieht, ist noch offen.

Der Rathausmarkt wird eine neue Pflasterung erhalten, „in Teilbereichen kann jedoch der Belag auch bleiben“, heißt es. Die Gestaltung der Fläche – mit deutlich weniger Autos, aber auch nicht mit viel Grün – wird sich ins Umfeld über den Platz an der Dröppelminna bis hin zur U-Bahn erstrecken. Den Kiosk am unteren Ende des Rathausmarktes will die Pia betreiben als Café mit Dachterrasse und öffentlicher Toilette. Die Kosten für die Umgestaltung beziffert Thorsten Kamp zwischen 700.000 und 800.000 Euro.

Gremium soll Projekte begleiten

Das zweite große Projekt ist die Gestaltung der Hochpromenade auf der Bahntrasse zwischen Hauptbahnhof und Hochschule Ruhr West an der Duisburger Straße. Kamp spricht von einem „wesentlichen Baustein für die Innenstadt“. 2016 will man dort mit dem Umbau zum gleichberechtigten Fuß- und Radweg beginnen. „Es geht dort auch um die Schaffung von Sitz- und Blickmöglichkeiten“, wie die Stadtplaner sagen. Mehr Aufenthaltsqualität steht quasi als Überschrift über allen innerstädtischen Planungen. Einen weiteren Zugang auf die Hochpromenade soll es an der Löhstraße geben. An der Finanzierung wird sich neben dem Land auch der RVR beteiligen.

Ein Innenstadt-Beirat wird derzeit gegründet, in dem unter anderem Mitglieder der Politik, der Verwaltung, der Wirtschaftsförderung und der Stadtmarketing GmbH vertreten sein werden. Das Gremium soll die Projekte mit begleiten und vor allem mit Ideen bereichern.