Umbau des Mülheimer Kunstmuseums verschiebt sich

Das Ausstellungs-Programm im Kunstmuseum kann auf absehbare Zeit noch umfänglich gefahren werden.
Das Ausstellungs-Programm im Kunstmuseum kann auf absehbare Zeit noch umfänglich gefahren werden.
Foto: Herbert Höltgen
Die Sanierung des Kunstmuseums soll erst Anfang 2018 beginnen. Europaweite Ausschreibung. Städtischer Immobilienservice braucht personelle Verstärkung.

Mülheim. Beim geplanten Umbau und der Sanierung des Kunstmuseums haben die Verantwortlichen jetzt die Reißleine gezogen: „Wir können den Baubeginn 2017 nicht halten“, erläutert Kulturdezernent Ulrich Ernst. Mit der Verschiebung um voraussichtlich ein Jahr „wollen wir keine anderen Gründe kaschieren, sondern es sind Engpässe da, so dass es nicht anders geht“, so Ernst.

Durch die Vielzahl anderer Bauvorhaben in der Stadt, darunter Flüchtlingsunterkünfte als ein Teilbereich, sei der Mülheimer Immobilienservice, so dessen Chef Frank Buchwald, durch eine solch große Baumaßnahme wie das Kunstmuseum an die Grenze der Belastbarkeit gelangt. „Wir brauchen personelle Unterstützung, um die Herausforderung zu schaffen.“

Bei einem Investitionsvolumen von 8,6 Mio Euro, die im Haushalt für den Umbau der Alten Post veranschlagt sind, sei eine europaweite Ausschreibung erforderlich. Ein Büro, das auf die Bedingungen einer solchen Ausschreibung spezialisiert ist, wurde damit beauftragt. Eine weitere Ausschreibung gibt es für Planer und Architekten. Personell sei der Immobilienservice derweil in seinen Kapazitäten erschöpft, eine erste Stellenausschreibung aber ergebnislos verlaufen, weil sich keine passenden Bewerber fanden, erläutert Buchwald: „Wir hoffen, durch die neue Ausschreibung Architekten und Ingenieure zu finden.“ Sechs Stellen seien zu besetzten: Der Immobilienservice selbst könne dabei nur noch die interne Abwicklung, die „Bauherrenaufgabe“ wahrnehmen. „Wir gehen davon aus, dass wir das Verfahren im letzten Quartal des Jahres abgeschlossen haben“, erläutert Buchwald.

Brandschutzarbeiten

Beim Umbau des Kunstmuseums handelt es sich vorrangig um Brandschutzarbeiten, die Erneuerung der Klimatechnik, da die 25 Jahre alte Anlage durch Verschleiß hinüber ist und immer wieder nur notdürftig repariert wurde, aber auch um Übergänge und die Räume der ehemaligen Palette als Erweiterung des Kunstmuseums, u.a. für einen neuen Film-Schwerpunkt, zu schaffen. Der „personelle Brandschutz“ sei indes zwischenzeitlich gewährleistet, betont Buchwald, „so dass Menschen im Brandfall das Gebäude auch sicher verlassen können“.

Nach Ende aller Vorbereitungen mit neuem Personal, notwendigen Beschlüssen und Genehmigungen rechnen die Verantwortlichen mit Beginn der Sanierung des Kunstmuseums Anfang 2018. Dass die in den Haushalt eingestellten 8,6 Mio Euro nicht derweil anderweitig ausgegeben werden, betont Kulturdezernent Ernst: „Diese Summe bleibt dafür reserviert, wir schieben des Vorhaben nur um ein Jahr.“

Museumsleiterin braucht Planungssicherheit

Ein Wunsch ist es, beim Umbau das Kunstmuseum nicht über einen längeren Zeitraum komplett schließen zu müssen, sondern wenn möglich, die Arbeiten sukzessive durchzuführen, nur einzelne Räume oder Bereiche zu sperren. Mit der klaren Ansage, die Sanierung um ein Jahr zu verschieben, kann Museumsleiterin Beate Reese gut leben: „Wir brauchen Planungssicherheit.“ Und Vorlauf. Denn bei einer umfassenden Sanierung müsse geklärt sein, was beispielsweise mit den Büros, dem Museums-Shop, der Malschule und anderen Angeboten passieren soll und wohin die Kunstwerke geschützt ausgelagert werden könnten. Davon betroffen ist auch die Jahres-Ausstellungsplanung.

Kurz bevor, so Kulturbetriebsleiter Frank Baudy, steht die Neubesetzung der Stelle des in den Ruhestand gegangenen zweiten Museumsleiters Gerhard Ribbrock.

 
 

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