Über die letzten Jahre mit „Vaddern“

Über die letzten Jahre mit „Vattern“ schrieb Thomas Klappstein und berichtet, wie er den Tod seines Vaters verarbeitete.
Über die letzten Jahre mit „Vattern“ schrieb Thomas Klappstein und berichtet, wie er den Tod seines Vaters verarbeitete.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Sein Glauben ist Thomas Klappstein ein Trost, die innere Überzeugung, dass „Gott immer eine Tür offen hält“, Perspektiven eröffnet und auch nach dem Tod den Weg weist. Klappstein weiß Verstorbene gut aufgehoben. Doch gerade weil er darauf vertraut, dass „nichts durch Zufall geschieht“, sondern hinter allem eine göttliche Ordnung steht, warf der Tod seines Vaters für ihn eine drängende Frage auf: die nach dem „Warum“. Eine Antwort fand der Theologe bisher nicht, aber seinen persönlichen Weg, den Verlust zu verarbeiten. Dazu gehört auch sein Beitrag für das nun erschienene Buch „Wenn sich der Himmel wieder öffnet – Menschen mit Schicksalsschlägen erzählen“.

„In einem Rutsch“ hat Thomas Klappstein seinen Text geschrieben. 10 000 Zeichen gaben ihm die Herausgeber – viel Platz und dennoch wenig Raum für ein ganzes Leben. Erinnerungen an seinen im vergangenen Jahr verstorbenen Vater hat der gebürtige Hamburger, der Mitglied der freikirchlichen Christusgemeinde in Mülheim ist, niedergeschrieben. Er berichtet sehr Persönliches, schildert die letzten Jahren mit „Vaddern“, die durch den Wechsel von Hoffnung und Leid geprägt waren.

Der Verlust lässt sich nie komplett verarbeiten

Eduard Klappstein litt an einer Bluterkrankung, sein Gesundheitszustand ging auf und ab. Sein Tod traf die Familie letztlich dennoch unerwartet, gar unvorbereitet. Und mit ihm begann für den 51-jährigen Sohn ein Prozess, der in seinem Text mit dem Titel „Gibt es ein Leben vor dem Tod?“ zentral ist: die Verarbeitung des Verlustes. Letztlich, ist sich der zweifache Vater sicher, kann das nie ganz gelingen: „So ein Verlust lässt sich nie vollends ersetzen. Es gibt immer noch Momente, in denen er mir fehlt.“

Dieses Erinnern jedoch half ihm bei der Verarbeitung, die letztlich auf eine Sinnsuche für sein eigenes Leben hinauslief. „Dort, wo Menschen zusammenkommen, hinterlassen sie Eindrücke“, sagt Thomas Klappstein. „Ich habe mir bewusst gemacht, welche Spuren mein Vater hinterlassen hat. Und ich habe mir überlegt, welche Spuren ich hinterlassen möchte.“

Begonnen hat er damit gleich nach dem Tod seines Vaters, als er auf dessen Wunsch die Beerdigung übernahm. Letztlich, sagt der studierte Theologe, der zugleich gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann sowie Diplom-Verwaltungswirt ist, muss jedoch jeder seinen eigenen Weg finden, über Verlorenes zu trauern. Sein Text, hofft er, kann dabei helfen.

„Wenn sich der Himmel wieder öffnet“ ist im Brendow-Verlag erschienen und kostet 14,95 €.

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel