U-Bahnhof Mühlenfeld gesperrt - U 18 von Essen nach Mülheim gestoppt

Die Straße Am Hingberg ist auch von der Sperrung im Umfeld des U-Bahnhofes Mühlenfeld in Mülheim betroffen. Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Die Straße Am Hingberg ist auch von der Sperrung im Umfeld des U-Bahnhofes Mühlenfeld in Mülheim betroffen. Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
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Mülheim.. Die Bezirksregierung Arnsberg hat die Sperrung des U-Bahnhof Mühlenfeld in Mülheim veranlasst. Die Haltestelle ist einsturzgefährdet. Ursache sind offenbar Bergbauschäden. Die Linie der U 18 von Essen nach Mülheim wurde gestoppt, weil unter den Gleisen Löcher entdeckt wurden. An diesem Montag beraten Experten das weitere Vorgehen.

An den schlimmsten Fall hatten sie bereits gedacht bei der Bezirksregierung Arnsberg, als sie in der Nacht zum Sonntag mit Bohrungen unter dem U-Bahnhof Mühlenfeld in Mülheim begannen: Einsturzgefahr und Stopp der U 18 von EVAG und MVG zwischen Essen und Mülheim. So kam es dann auch. Aus Sicherheitsgründen verkehrt die U-Bahn aus Richtung Essen seit Sonntagmorgen nur noch bis Heißen-Kirche und fährt von dort wieder zurück, bis zur Mülheimer Innenstadt setzt die MVG Busse ein.

Zwei Bohrungen ließ die zuständige Bezirksregierung Arnsberg in der Nacht zum Sonntag durchführen. „In einem Fall stießen wir auf Kohle, im anderen auch auf Lockerungen, Hohlräume“, berichtet Dezernent Dietmar Oesterle und gesteht, dass er so einen Fall in einer U-Bahn bisher nicht erlebt habe. Die Löcher waren in einer Tiefe von etwa sechs bis sieben Metern unter der Sohle des Bahnsteigs entdeckt worden. Noch in der Nacht begann man damit die Löcher mit Zement, der für den Ernstfall bereit gestellt worden war, zu verfüllen. Die Menge reichte nicht, Sonntagabend sollte Nachschub da sein und das Verfüllen fortgesetzt werden.

Etwa 20.000 betroffene Fahrgäste

Haltestelle droht Einsturz

Die Haltestelle U-Bahnhof Mühlenfeld in Mülheim musste wegen Einsturzgefahr gesperrt werden.
Haltestelle droht Einsturz
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Sonntagmittag: So leer gefegt war die Hingbergstraße in Höhe der Hausnummern 300 selten zuvor gewesen. Die Hauptverbindung zwischen Heißen und Stadtmitte ist seit sieben Uhr gesperrt. Hinter der Einfahrt des Supermarkt-Centers Wiescher Weg bis zum Abzweig Folkenbornstraße ist die Durchfahrt dicht. Doch einige Autofahrer können sich das runde Schild mit „Durchfahrt verboten!“ nicht so recht erklären. Vielmehr ist der Irrglaube verbreitet, für Anlieger sei die Weiterfahrt erlaubt. Für Günter Müller vom Tiefbauamt bedeutet das Stress. Zusammen mit einem Kollegen ist er für die Erweiterung der Absperrung zuständig – die erste Absperrung war anfangs noch recht durchlässig. „Das interessiert die Leute gar nicht.“

An der Haltestelle Mühlenfeld sind längst die Eingangstore verschlossen. „Wegen einer Absackung im Bereich Bahnhof Mühlenfeld darf die U18 zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Heißen nicht verkehren“, steht auf einem Schild. „Um 11 Uhr“, berichtet ein Anwohner, „wurde uns von Vertretern der Bezirksregierung erklärt, dass die Haltestelle einsturzgefährdet sei und die parkenden Autos weg müssten.“

Rund 20.000 Fahrgäste verkehren täglich mit der U 18. Vor gut einem Jahr fielen Mitarbeitern der Mülheimer Verkehrsgesellschaft bei Kontrollen am Bahnhof Mühlenfeld Schäden auf, unter anderem waren an den Pfeilern Fliesen abgeplatzt. Die Bezirksregierung in Arnsberg wurde eingeschaltet, um mögliche bergbauliche Ursachen zu prüfen.

Erste Bohrungen bereits Anfang 2011

Die Akteneinsicht ergab: durchaus möglich. „Wir haben dann Anfang 2011“, so Oesterle, „erste Bohrungen im Bereich der Bürgersteige gemacht und sind auf Hohlräume gestoßen.“ Dies habe man jedoch nicht zugleich auch für den tieferen Bereich der U-Bahn annehmen könne.

Drei Monate lang hat die Bezirksregierung mit der MVG, dem Sachverständigenbüro DMT und einem Gebäudestatiker weitere Daten ausgewertet und ergänzende Untersuchungen vorbereitet. Der geschädigte U-Bahnhof sei in der Zeit permanent messtechnisch überwacht worden, heißt es. Neue Schäden traten in der Zeit nicht auf. Doch die Abplatzungen waren nicht zu erklären, da bei Bau der U-Bahn in dem Bereich auch zusätzliche Stützen zur Stabilisierung eingezogen worden seien, so Oesterle.

Gewissheit gab es dann in der Nacht zum Sonntag. So genannte Drehspülbohrungen deckten die Lockerungen im Untergrund auf. Am Montag soll das weitere Vorgehen mit Fachleuten besprochen werden. Erst dann, so Oesterle, könne auch gesagt werden, wie lange es noch heißt: keine Weiterfahrt der U 18.

 
 

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