Streit um Rumbach-Sanierung dauert an

Rumbachtal
Rumbachtal
Foto: Herbert Höltgen

Holthausen.  Ein Teil des Gebietes rund um den Rumbach und seiner Nebengewässer soll für die nächsten 40 Jahre als Ausgleichsfläche bei Hochwasser festgelegt werden, um Schäden anderswo zu mindern. Der Regierungspräsident Düsseldorf – Hochwasserrisikomanagement -- hat nun die Überschwemmungsgebietsverordnung „Rumbach und Nebengewässer“ erlassen. Das sorgt für Unmut.

Für die Eigentümer von Grundstücken in diesem Bereich ist es damit nur noch in Ausnahmefällen möglich, dort zu bauen. Damit verbunden sind nicht unerhebliche Einschränkungen und Wertverluste von Immobilien und Grundstücken. Dagegen wehren sich Bürger. Der Konflikt hat allerdings eine lange Geschichte.

In den vergangenen 20 Jahren, so die Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI), habe es allein drei so genannte Jahrhunderthochwasser in Deutschland gegeben. „Dies ist ein nicht zu leugnendes Indiz für den Klimawandel, gleich wie man dessen Ursachen ausmacht. Deutlich zugenommen haben auch in Mülheim die Starkregen, wie zuletzt in diesem Sommer“, so die MBI. Das führe logischerweise in den bereits gefährdeten Gebieten wie dem Rumbachtal bis inklusive Dickswall unter anderem zu häufig überfluteten Kellern. Dabei hatte die Stadt bereits vor Jahren auf die Überflutungen reagiert: Die Sanierung des Rumbachkanals wurde als eine große Maßnahme im Bereich der Entwässerung Mülheims beschlossen.

Fördergelder nicht gezahlt

Sie wurde aber nicht - wie ursprünglich vorgesehen - in 2012 begonnen, weil es zu Differenzen zwischen der Stadt und der Aufsichtsbehörde des Regierungspräsidenten gab – und weiterhin geben soll – mit der Folge: Fördergelder für das Projekt wurden nicht gezahlt.

Die Stadt Mülheim hat daher im Frühsommer letzten Jahres Klage eingereicht. „Die lange überfällige Rumbach-Sanierung zwischen Walkmühlenstraße und Forum weiterhin liegt vor Gericht, weil der RP den Förderantrag ablehnte, wogegen die Stadt Klage eingereicht hat“ , kritisieren die MBI. Doch die genauen Gründe für die Ablehnung der Förderzusage des RP habe die Stadt der Politik nie mitgeteilt, beklagt die MBI-Vertreterin im Umweltausschuss, Heidelore Godbersen. „Diese Geheimniskrämerei verwundert doch sehr, handelt es sich doch um eine beschlossene Maßnahme mit Dringlichkeitscharakter“, betont die Ratsfrau. Als das Kanalstück Dickswall zwischen Kämpchenstraße und von-Bockstraße im Frühjahr 2012 sehr aufwändig erneuert wurde, sah alles danach aus, als sei dies das erste Teilstück, dem in Kürze weitere folgen würden. Geschehen sei jedoch nichts, so Godbersen.

Die MBI haben aus diesen Gründen für den Umweltausschuss am 12. September einen langen Fragenkatalog eingereicht und Aufklärung gefordert.

 
 

EURE FAVORITEN