Straßenbahn-Konflikt zwischen Mülheim und Bezirksregierung ungelöst

Über die Friedrichstraße geht es für die Linie 110 heute noch bis zum Hauptfriedhof.
Über die Friedrichstraße geht es für die Linie 110 heute noch bis zum Hauptfriedhof.
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim.. Geht es nach dem Willen der Stadtverwaltung, gibt Mülheim im Streit mit der Bezirksregierung um die Stilllegung von Straßenbahnlinien nicht klein bei. Verkehrsdezernent Peter Vermeulen kündigte am Montag an, dass der überarbeitete Entwurf zur Nahverkehrsplanung wieder vorsieht, künftig keine Straßenbahnen mehr zwischen Wertgasse und Oppspring rollen zu lassen. Das wird der Bezirksregierung gar nicht schmecken. Im Falle einer solchen Entscheidung hatte sie Mülheim in der Vergangenheit angedroht, Fördermittel in Millionenhöhe zurückzufordern.

Die Stilllegung der Linie 110 (Friesenstraße/Styrum – Hauptfriedhof) bleibt die Nagelprobe für die Mülheimer Nahverkehrsplanung. Die Stadtverwaltung will deren Betrieb komplett einstellen, dafür die Linie 104 nicht mehr über die Leineweberstraße, sondern zur Wertgasse (Ev. Krankenhaus) rollen lassen. Die Bezirksregierung, so berichtete Dezernent Vermeulen gestern, ist damit nicht einverstanden, sind vor wenigen Jahren doch Millionen Euro Fördermittel für den Verkehrsumbau in der Innenstadt geflossen. Maßgeblich für die Förderung war damals die Beschleunigung der Linie 110...

Förderung für Styrumer Bahnhof als Druckmittel

Wenn die Stadt die Straßenbahn kurz nach dem Berliner Platz kappe, so stelle sie ihr City-Verkehrskonzept in Frage, fasst Vermeulen die Ansicht der Aufsichtsbehörde zusammen. Eine weitere Förderung für den Umbau von Tourainer Ring und Klöttschen fände dann womöglich keine Unterstützung mehr in Düsseldorf.

Nicht nur die Innenstadt macht bei den Stilllegungsplänen für die 110 Sorgen. Laut Vermeulen sind weitere 3 Mio. Euro Förderung für die Sanierung am Styrumer Bahnhof noch zweckgebunden – und werden von der Bezirksregierung als Druckmittel pro Straßenbahn-Erhalt eingesetzt.

15-Minuten-Takt ab 2017

Düsseldorf bleibt also hart, das NRW-Verkehrsministerium stützt diese Gangart, die OB Dagmar Mühlenfeld unlängst als Verletzung der kommunalen Selbstverwaltung gegeißelt hatte. Dezernent Vermeulen sieht die Düsseldorfer Haltung in der virulenten Straßenbahn-Frage ebenso kritisch, machte aber am Montag wiederholt deutlich, dass die Stadt mehrere ­bestehende Straßenbahn-Strecken als „nicht schienenwürdig“ ansieht. Zu wenige Fahrgäste seien auf den Strecken unterwegs.

So bleibt die Stadt auch bei ihrem überarbeiteten Entwurf zum Nahverkehrsplan dabei, dass vornehmlich über Kürzungen im Straßenbahnverkehr die 2 Mio. Euro eingespart werden sollen, die die Politik vorgegeben hat.

Die 110 soll ausrollen, der Flughafen-Ast nicht mehr bedient werden. Neu ist nun zweierlei: So soll die 102 künftig nur noch bis zum Waldschlösschen statt bis zum Uhlenhorst fahren und auf allen Linien (auch auf der 112) soll ab 2017, wenn die bestellten größeren Bahnen zur Verfügung stehen, ein 15- statt 10-Minuten-Takt gelten.

 
 

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