Stephanie Probst trainiert als Zirkuskind mit Kamelen und Lamas

Ein Kuss vom Kamel: Tiertrainerin Stephanie Probst bereitet im Zirkus ihrer Familie Tiere auf den Auftritt vor.
Ein Kuss vom Kamel: Tiertrainerin Stephanie Probst bereitet im Zirkus ihrer Familie Tiere auf den Auftritt vor.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Kamele mit Pferden versöhnen, schwangere Zebras beobachten und Lamas trainieren - Stephanie Probst kennt sich als echtes Zirkuskind mit den Tieren aus. Beim Trainieren der Tiere setzt sie vor allem auf zwei wichtige Dinge.

Gelsenkirchen.. Stephanie Probst sagt einen Satz, der viel über sie verrät. Da steht sie neben dem Zebra-Stall und zeigt auf den dicken Bauch einer Stute. „Sie ist nicht dick, sondern schwanger. Wenn man sie ein paar Stunden beobachtet, sieht man, dass sich in ihrem Bauch etwas bewegt.“ Stephanie Probst ist jemand, der stundenlang Zebra-Bäuche beobachten kann und Freude daran findet. Die 25-Jährige ist Tierlehrerin, trainiert die Rinder, Kamele, Pferde und Lamas des Circus Probst und tritt dort, wie ihre Schwester und ihr Vater, selbst auf.

Die Peitsche in der Hand, steht Stephanie Probst im mit Sägespänen gefüllten Rund und hat die Tiere genau im Blick. Die beiden süddeutschen Kaltblüter sind noch unerfahren. Vor sechs Monaten begann die Tierlehrerin das Training und musste zunächst einmal die Hürde überwinden, dass die Pferde Angst vor den Kamelen hatten.

Tierliebe in die Wiege gelegt

Inzwischen hat man sich aber aneinander gewöhnt, und eigentlich sieht es schon ganz gut aus, wie Pferde und Kamele im Kreis tänzeln, Runden drehen, nach vorne, zurück und – zack! – auf die Balustrade gehen. „Mit viel Liebe und Geduld“, sagt Stephanie Probst, hat sie das den Tieren beigebracht. „Ohne das geht es gar nicht.“

Tierliebe wurde ihr in die Wiege gelegt. „Das erste Mal saß ich auf einem Pferd, da hatte ich noch Windeln an.“ Und Barbies brauchte sie auch, sie schmuste lieber mit Tieren.

Die 25-Jährige ist ein echtes Zirkuskind. Gerade drei Jahre alt war sie, als sie als Clown erstmals vor Publikum stand, mit sechs hatte sie ihre eigene Pferdenummer. Zwischenzeitlich versuchte sie sich als Artistin, doch das Rheuma im Rücken schmerzte schließlich zu sehr. Und letztlich „habe ich nie etwas anderes machen wollen als mit Tieren zu arbeiten“.

"Die Tiere gehören zur Familie"

Und sie hat nie woanders sein wollen als im Zirkus. Natürlich gebe es Tage, da habe man keine Lust, da sei man gefrustet, wenn nichts läuft, die Tiere in der Manege „den größten Mist machen und man trotzdem da stehen und lächeln muss“. Doch Frust-Tage gibt es letztlich wohl in jedem Beruf, findet sie.

„Die Tiere“, sagt Stephanie Probst, „gehören zur Familie. Das mag sich für einige Menschen komisch anhören, aber das ist so.“ Und deshalb beobachtet sie auch stundenlang ein schwangeres Zebra.

Karten für den Circus Probst, der bis Sonntag auf dem Mintarder Kirmesplatz gastiert, gibt es in vier Kategorien. „1. Platz“: Erwachsene zahlen 18 €, Kinder 14 €. Sperrsitz: Erwachsene 24 €, Kinder 20 €. Dritte Reihe Loge: Erwachsene 30 €, Kinder 26 €. Erste und zweite Logenreihe: Erwachsene 35 €, Kinder 30 €. Zwei- bis Zwölfjährige, Rentner und Behinderte zahlen Kinderpreise. Bei Vorlage von Sondereinladungen gibt es ermäßigte Preise.

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