Stellenabbau bei Océ in Saarn

Mirco Stodollick
Die Firma Oce in Muelheim-Saarn gehoert seit Anfang 2012 zum Unternehmen Canon.
Die Firma Oce in Muelheim-Saarn gehoert seit Anfang 2012 zum Unternehmen Canon.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Die Eingliederung des in Saarn ansässigen Unternehmens Océ in die Canon-Gruppe wird Arbeitsplätze kosten. Während die Krefelder Zentrale von Canon Deutschland noch mauert bei der Beantwortung der Frage nach dem Umfang von Stellenabbau und Umstrukturierungen, herrscht in der Belegschaft in Saarn große Unruhe. Nach WAZ-Informationen sollen deutschlandweit 240 Arbeitsplätze auf der Streichliste stehen.

Canon hatte durch den Zukauf von Océ-Stammaktien im Dezember 2011 die Mehrheit an dem niederländischen Anbieter von Druck- und Kopiersystemen sowie Dienstleister für ausgelagertes Dokumentenmanagement übernommen. Im Mai dieses Jahres startete die Verschmelzung der Unternehmen, die ihre Deutschland-Zentralen in Saarn (Océ) und Krefeld (Canon) haben.

Wie der WAZ zugetragen wurde, sind die Belegschaften von den Stammsitzen in Krefeld und Mülheim Mitte September mit Bussen zur Océ-Zentrale nach Venlo gefahren worden, um sie dort über den geplanten Stellenabbau zu informieren. Zurzeit reisen Geschäftsführung und Betriebsräte quer durch die Republik, um die Information persönlich in alle regionalen Niederlassungen zu tragen.

Angst vor der Arbeitslosigkeit

Von beiden Seiten ist derzeit nichts zu den Umwälzungen in Erfahrung zu bringen. Am Dienstag kommender Woche werde diese als „Dialogtour“ betitelte Information der deutschen Mitarbeiter abgeschlossen sein, so eine Sprecherin von Canon Deutschland. Erst dann werde sich das Unternehmen öffentlich zu seinen Plänen äußern.

Canon und Océ beschäftigten zum Start der Verschmelzung in Deutschland zusammen 2200 Beschäftigte, an der Solinger Straße in Saarn sind nach letzten Unternehmensangaben 350 Menschen beschäftigt. „Stimmung und Motivation hier sind natürlich nicht gut“, so eine Mitarbeiterin zur WAZ. „Hier sind viele Mitarbeiter über 50, die Angst haben, noch einmal zum Arbeitsamt zu müssen.“