Staubgutachten von Schrottbetrieb Jost nicht akzeptiert

Ein Blick aus der Vogelperspektive auf den Schrottumschlag der Firma Jost.
Ein Blick aus der Vogelperspektive auf den Schrottumschlag der Firma Jost.
Foto: www.blossey.eu

Mülheim. Die Entscheidung, ob der umstrittene schrottverarbeitende Betrieb der Paul Jost GmbH seine Anlagen an der Weseler Straße in erheblichem Umfang erweitern darf, steht offenbar kurz bevor. Dabei ist die Düsseldorfer Bezirksregierung in enger Abstimmung mit dem NRW-Umweltministerium aktuell nicht bereit, das Vorhaben durchzuwinken. Die Gefahr, dass die ohnehin exorbitante Belastung des Wohnumfeldes mit schwermetallhaltigen Stäuben (vor allem Nickel und Blei) weiter zunimmt, scheint zu groß.

Auf Anfrage bestätigte ein Sprecher der Bezirksregierung nun, dass durch die Aufsichtsbehörde nach Studium der Antragsunterlagen von Jost diesbezügliche Sorgen ausgemacht sind. „Es geht im Wesentlichen um die Qualität eines Staubgutachtens, das aus behördlicher Sicht unzutreffende Grundannahmen macht und daher zu falschen Ergebnissen kommt“, hieß es in einer knappen schriftlichen Stellungnahme aus Düsseldorf.

Stellungnahme der Firma werde geprüft

Jedenfalls stellt die Bezirksregierung fest, dass „nach grober Abschätzung“ und Prüfung der Antragsunterlagen zu erwarten sei, dass bei der Anwendung zutreffender Grundannahmen in einem Gutachten „zu hohe Staubbelastungen zu erwarten“ seien. Im Zuge der Anhörung zu einer möglichen Ablehnung des Jostschen Antrags habe die Firma mittlerweile eine Stellungnahme abgegeben. Diese werde derzeit geprüft, hieß es.

„Eine Zustimmung liegt aber weiter im Bereich des Möglichen“, machte der Sprecher der Bezirksregierung auf Nachfrage deutlich, dass eine rechtsgültige Entscheidung noch in beide Richtungen möglich sei. „Geklärt werden muss, ob es möglich ist, Regelungen über Nebenbestimmungen zu treffen, so dass eine zulässige Staubbelastung gewährleistet werden kann“, sagte er.

Nickelwert um das 18-fache erhöht

Die Bürgerinitiative von der nahen Hofackerstraße dürfte sich fragen, wie dies möglich werden soll. Schließlich haben verschiedenste Maßnahmen in der Vergangenheit schon nicht gegriffen. Die Belastung rund um die Schrottverarbeitung ist weiter in extrem hohen Maße über den Werten geblieben, die gesetzlich als maximal tolerierbarer Vorsorgewert angesetzt sind. Zuletzt war etwa der ermittelte Nickelwert im Staubniederschlag um das 18-fache erhöht. Auch war in der Luft unvermindert zu viel Blei und Cadmium unterwegs und legte sich in direkter Nachbarschaft zum Schrottwerk nieder.

Anfang nächster Woche will die Bezirksregierung weitergehende Fragen dieser Zeitung beantworten.

 
 

EURE FAVORITEN