Stadt streicht Kleinspielfeld für Heißen

Dennis Vollmer
Wetterkapriolen am Sportplatz Mühlenfeld - da ist der Platz kaum bespielbar.
Wetterkapriolen am Sportplatz Mühlenfeld - da ist der Platz kaum bespielbar.
Foto: Stephan Glagla | WAZ FotoPool

Mülheim. Wie sicher ist die Finanzierung der neuen Bezirkssportanlage Heißen? Der Mülheimer Sportservice (MSS) und die Heißener Sportvereine RSV Mülheim und TB einigten sich im Januar darauf, die an der Hardenbergstraße geplante Anlage weiter zu verkleinern. Das Kleinspielfeld ist gestrichen. So erhält die Stadt mehr Gewerbeflächen für die Vermarktung, aus der die Umsetzung des 13,1 Mio Euro schweren Projekts zu einem Großteil gegenfinanziert werden sollen.

Ist dies ein Zeichen dafür, dass der Sportplatzbau auf wackeligen Beinen steht? In der Bezirksvertretung 1 betonte Kämmerer Uwe Bonan wegen solcher Bedenken seitens der MBI gleich mehrfach: „Das Projekt wird vom Regierungsbezirk Düsseldorf begleitet.“ Dieser habe keine grundlegenden Bedenken dagegen gehabt, dass der Rat den Planungsauftrag an die Stadtverwaltung erteilte, versuchte Bonan die Bedenken zu zerstreuen.

Zudem hat die Stadt bereits Fakten geschaffen: Das Gelände an der Hardenbergstraße ist schon gekauft worden, kritisierte Eva-Annette Klövekorn (MBI), obwohl der Regierungspräsident noch prüfe, ob für die Stadt unter den Restriktionen des Nothaushaltes ein solches Finanzierungsmodell überhaupt rechtlich möglich ist. Uwe Bonan betonte dagegen: Durch die Zuschüsse der Stinnes-Stiftung – sie sagte 3 Mio Euro für den Bau zu – sei das Projekt derart gesichert, dass man loslegen könne.

Auf Kante genäht

Dennoch musste der Kämmerer einräumen: „Das Projekt ist auf Kante genäht. Es ist nicht möglich, die Kosten zu steigern oder auf Einnahmen zu verzichten.“ Das war ein Wink in Richtung Styrum. Denn in dem Mülheimer Stadtteil hoffen manche Vereine noch darauf, den Sportplatz an der Von-der-Tann-Straße erhalten zu können. Auf dem Gelände sollen Einfamilienhäuser entstehen; die Erlöse aus den Grundstücksverkäufen den Heißener Neubau decken. Die betroffenen Styrumer Sportler befürchten, das Vereinsleben im Stadtteil drohe auseinanderzufallen, wenn sie nach 2013 an weniger zentrale Sportstätten umziehen sollen.

Die Verkleinerung der Heißener Bezirkssportanlage wird an den Verkaufsplänen anderer Sportflächen aber nichts ändern. „Die Baukosten werden dadurch nur etwas geringer ausfallen“, prognostizierte die Leiterin des MSS Martina Ellerwald. Genaue Einsparungen konnte sie jedoch nicht benennen. Den Heißenern bleiben nach dieser Einsparung zwei große Spielfelder, die sogar etwas größer als vorgesehen ausfallen dürfen und von 90 mal 60 auf 95 mal 64 Meter anwachsen. Insgesamt aber wächst das daran angrenzende Gewerbegebiet um einige hundert Quadratmeter.