Stadt sperrt sich vorerst gegen Gärtnerei-Bebauung

Mirco Stodollick
Ein Investor aus Essen zeigt Interesse, auf dem Gelände der Gärtnerei Rumbaum in Selbeck 40 Einfamilienhäuser zu bauen.
Ein Investor aus Essen zeigt Interesse, auf dem Gelände der Gärtnerei Rumbaum in Selbeck 40 Einfamilienhäuser zu bauen.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Stadt Mülheim will mit einem ordentlichen Bebauungsplanverfahren für das Areal rund um die Gärtnerei Rumbaum in Selbeck offenbar weitere Begehrlichkeiten ausbremsen.

Mülheim. Mit einer Veränderungssperre will die Stadt den Plänen eines Essener Investors begegnen, das weit ins Hinterland ragende Gelände der Gärtnerei Rumbaum (Kölner Straße) umzuwandeln in eine neue Siedlung mit Einfamilienhäusern. Dem Bauvorhaben komplett einen Strich durch die Rechnung machen will die Stadt aber offenbar nicht.

Eine Veränderungssperre zu verhängen, ist ein Mittel für Baubehörden, städtebaulich unerwünschte Dinge auszubremsen oder zumindest in geordnete Bahnen zu lenken. Wohl Letzteres will die Stadt nun für den Bereich zwischen Kölner Straße, Stooter Straße und Hantenweg bezwecken. Die Planungspolitik soll das Gebiet am Freitag mit einer Veränderungssperre belegen und gleichzeitig ein geordnetes Bebauungsplanverfahren in die Wege leiten, das gleichwohl eine Bebauung auf dem Gärtnerei-Gelände vorsieht.

Investor will 40 Einfamlienhäuser bauen

Wie berichtet, plant die Familie Rumbaum ihre Gärtnerei an der Kölner Straße zu schließen und an Eckehard Adams Wohnungsbau zu veräußern. Der Investor will dort über eine Ringerschließung 40 Einfamilienhäuser bauen (Doppel- und Reihenhäuser). Nur im Osten des 16.000 Quadratmeter großen Gärtnerei-Grundstücks, unmittelbar angrenzend zum Wirtzbach, soll es keine Bebauung geben.

Das alles geht der Stadt allerdings zu schnell. Sie fürchtet, dass das Vorhaben weitere Begehrlichkeiten im unmittelbaren Umfeld weckt, will insbesondere eine Grün- und eine Ackerfläche nördlich der Gärtnerei geschützt wissen. Ein Bebauungsplan soll entsprechende Nutzungen festzurren. Mit einer Veränderungssperre wäre auch der offensichtlich schon vorliegende Bauantrag für ein Seniorenwohnheim an der Kölner Straße auf Eis gelegt.

Die Stadt spricht insgesamt von „sensiblen städtebaulichen Zusammenhängen“ vor Ort, im Darlegungstext zum Bebauungsplanverfahren führt das Planungsamt zahlreiche bedenkenswerte Umweltbelange an, die es zu prüfen gelte.