Stadt Mülheim ringt MWB für Ruhrbania-Bau Kompromiss ab

Mirco Stodollick
So sahen die Entwürfe der geplanten Bauten auf dem Ruhrbania-Baufeld 2 aus.
So sahen die Entwürfe der geplanten Bauten auf dem Ruhrbania-Baufeld 2 aus.
Foto: NRZ
Die Stadt Mülheim ist bei Ruhrbania vorsichtiger geworden: Der Mülheimer Wohnungsbau hatte die Entwürfe für Baufeld 2 geändert. Das gab mächtig Ärger hinter den Kulissen. Nun aber segnete die Politik einen Kompromiss ab.

Mülheim.  Die im wahrsten Sinne des Wortes unschönen Erfahrungen auf Ruhrbania-Baufeld 1 haben die Stadt offensichtlich vorsichtig werden lassen: Auch für den Bau auf Ruhrbania-Feld 2 wollte nun der Mülheimer Wohnungsbau als einzig verbliebener Investor Änderungen im Vergleich zur Entwurfsplanung durchsetzen. Aus der Stadtverwaltung ist zu hören, dass diese anfangs so gravierend gewesen sein sollen, dass von anspruchsvoller Ästhetik kaum mehr die Rede hätte sein können, eher gar von einem „Billigbau“. So sollte gestern Abend die Politik in nicht-öffentlicher Sitzung entscheiden, ob und wie dem MWB grünes Licht erteilt werden kann.

Es ging um Balkonbreiten, Fenster mit oder ohne Unterlicht, Traufkanten am Dach, die Aufteilung der Freiluftflächen auf dem Staffelgeschoss – die Fachverwaltung hat dem Vernehmen nach festgestellt: Die im Bauantrag enthaltenen Änderungen schaden dem Erscheinungsbild der drei geplanten Gebäuderiegel. Zwischen Planungsdezernent Peter Vermeulen und MWB-Chef Frank Esser soll es bei Verhandlungen über die Baugenehmigung lautstark zugegangen sein.

Zumindest SPD und CDU haben Wind bekommen von dem Zwist, ließen sich die Pläne präsentieren. Dieter Wiechering (SPD) sagte zur WAZ, dass man sich mit den MWB-Wünschen nicht zufrieden geben konnte. Mittlerweile sei aber ein Kompromiss gefunden. Von „Billigbau“ könne keine Rede sein. Wiechering: „Man hat gelernt aus Fehlern auf Baufeld 1.“

Einstimmig nickte der Planungsausschuss den Kompromiss ab. Tags zuvor hatte ihn der Gestaltungsbeirat abgesegnet. Die Verwaltung wollte unbedingt die Zustimmung der Politik; man wolle sich im Nachgang nicht sagen lassen: „Davon haben wir nichts gewusst. . .“. Nun soll innerhalb von vier Wochen eine Baugenehmigung erteilt werden.

„Ich denke, es ist eine gute Lösung“, so MWB-Geschäftsführer Frank Esser gestern. Er kündigte an, die konkreten Pläne am Donnerstag mit OB Dagmar Mühlenfeld den Medien vorzustellen. Er ist überzeugt: „Unser Bauvorhaben wird auf der Immobilienausstellung der Sparkasse wohl die Hauptrolle spielen.“ Dann, am Wochenende, können sich auch Bürger ein Bild davon machen, ob der MWB es besser macht als Kondor Wessels auf Baufeld 1.

Das Gebäude am Markt bekommt ein zusätzliches Geschoss

Baudezernent Peter Vermeulen wollte sich mit Hinweis auf das „laufende Verfahren“ gestern nicht öffentlich äußern. Stadtsprecher Volker Wiebels sagte mit Blick auf die MWB-Pläne: „Wir können weiter damit leben, was da herauskommt.“

Eine wesentliche, aber wohl nicht strittige Änderung gibt es offenbar für den Gebäuderiegel an der Friedrich-Ebert-Straße: Weil es das Ärztezentrum nicht geben wird, baut MWB hier mehr Wohnungen, braucht dafür aber weniger Raumhöhe. Dafür wird ein Geschoss draufgesattelt. Insgesamt wird das Gebäude dadurch 80 cm höher.