Stadt Mülheim kritisiert Pläne für Autohof am Kreuz Kaiserberg

Mirco Stodollick
Zwischen Ruhrorter und Carl-Benz-Straße soll am Autobahnkreuz Kaiserberg ein Autohof entstehen.
Zwischen Ruhrorter und Carl-Benz-Straße soll am Autobahnkreuz Kaiserberg ein Autohof entstehen.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Mülheim/Duisburg. Die Stadt fordert im Streit um den geplanten Autohof am Kreuz Kaiserberg von Duisburg Nachbesserungen. Mülheims Planungsamt wirft dem Pendant westlich der Stadtgrenze vor, in Sachen verkehrlicher Erschließung, Lärm- und Artenschutz nicht sauber gearbeitet zu haben.

Die sechsseitige Stellungnahme der Stadt zum Bauvorhaben eines Privatinvestors an der Stadtgrenze ist am Dienstag noch mal Thema im Planungsausschuss, aber bereits an die Stadt Duisburg rausgegangen.

Deutliche Kritik äußern Mülheims Verkehrsplaner an der vorgesehenen Zu- und Abfahrtsregelung am Autohof. Bisher sehen die Pläne an entsprechender Stelle der Ruhrorter Straße keine Ampel vor, Mülheim hält sie aber für zwingend erforderlich, um gerade auch den Verkehr vom Autohof zur Autobahn zu regeln. Schon heute, so Planungsamtschef Martin Harter, sei die Ruhrorter Straße in dem Bereich stark belastet. Duisburg bleibe den Nachweis schuldig, dass die zusätzliche Zu- und Abfahrt noch verträglich ist für den Verkehrsfluss.

Keine Berücksichtigung der besonderen Lage

Bereits im früheren Planungsstadium habe man zudem eine Überarbeitung des Verkehrsgutachtens gefordert – „leider wurden alle geforderten Anregungen nicht berücksichtigt“, heißt es. Die Stadt kritisiert die vorgelegte Prognose zum Ausmaß des zusätzlichen Verkehrsaufkommens. Sie basiere lediglich auf einer Betrachtung dessen, was am Autohof Hamm-Uentrop zu beobachten sei. Die besondere Lage am Knotenpunkt von A 3 und A 40 finde keine ausreichende Berücksichtigung.

Konkretisiert sehen will Mülheim Aussagen im Bebauungsplan, wie zuverlässig verhindert werden soll, dass bei Vollauslastung des nur mit 81 Lkw-Stellplätzen geplanten Autohofes Lastwagen auf die Akazienallee in Speldorf ausweichen und dort Anwohner belästigen. Im Lärmschutzgutachten sieht Mülheims Verwaltung weitere „handwerkliche Mängel“. So seien Aussagen zur künftigen Frequenz auf dem Parkplatz zweifelhaft, weil hier wiederum mit Zahlen nicht vergleichbarer kleiner und in wesentlich anders verorteter Tank- und Rastanlagen in Bayern hantiert werde. In ihrer Stellungnahme macht die Stadt Mülheim indes klar, dass sie auch nach Überarbeitung der Lärmstudien nicht damit rechnet, dass Lärmgrenzwerte überschritten werden.