Stadt mahnt 4600 Grundsteuerschuldner in Mülheim

Der Steuerzahler – ein armer Hund? Nachdem die Stadt erstmals keine Grundsteuerbescheide verschickt hat, haben mehr als doppelt so viele Bürger die Zahlungsfrist versäumt.
Der Steuerzahler – ein armer Hund? Nachdem die Stadt erstmals keine Grundsteuerbescheide verschickt hat, haben mehr als doppelt so viele Bürger die Zahlungsfrist versäumt.
Foto: WP
Im ersten Jahr ohne Versand eines Bescheides haben viele die Zahlung vergessen – früher waren es um die 2000. Weil zugleich die kostenfreie Zahlungserinnerung abgeschafft wurde, müssen die Bürger jeweils 12.50 Euro zusätzlich zahlen.

Mülheim. Mit dem Verzicht darauf, jedes Jahr gleich lautende Bescheide über Grundsteuern zu versenden, will die Stadt Geld sparen. Und handelt sich damit nun durch eine Flut an Mahnungen im ersten Jahr ohne diese Zahlungserinnerung einen Haufen Ärger mit Bürgern ein: Den ersten Termin vergessen haben 4600 Steuerzahler. Im ersten Quartal letzten Jahres waren es nur 2000. Weil die Stadt zugleich die kostenfreien Zahlungserinnerungen gestrichen hat, müsse Betroffene 12,50 Euro Mahngebühr zahlen.

53.500 Immobilienbesitzer in Mülheim sind steuerpflichtig. Die überwiegende Mehrheit lässt die Beträge vierteljährlich abbuchen: Keine Gefahr, eine Fälligkeit zu verpassen, so lange das Konto gedeckt ist.

12.000 Steuerzahler lassen nicht abbuchen

Immerhin 12.000 Hauseigentümer allerdings gewähren der Stadt keinen Zugriff auf ihre Konten. Thomas Bösel zum Beispiel: „Ich lasse die Steuern nicht abbuchen, weil ich die Kontrolle behalten will“, sagt er der WAZ. Er gehört zu den 4600 Bürgern, die nun eine Mahnung bekommen haben und ist entsprechend sauer. Es hätte doch sicher auch eine andere Art der Kommunikation mit den Bürgern gegeben, findet er. Und rechnet vor, dass die Mahnwelle ein stolzes Sümmchen ins Stadtsäckel spült.

Der Verzicht auf die jährlichen Bescheide ist Teil der Sparbemühungen, um die geschundene Mülheimer Kasse zu entlasten. Die Einsparung an Porto und Druckkosten beziffert Stadtsprecher Volker Wiebels auf bis zu 30.000 Euro im Jahr. Dass in diesem Jahr erstmals keine Grundsteuerrechnungen verschickt würden, darauf habe die Stadt im letzten Bescheid und mehrfach über die Lokalpresse hingewiesen. Wiebels: „Wer es wissen wollte, der konnte es auch wissen. Aus unserer Sicht haben wir alles dafür getan.“ Dass der Zuwachs an Mahnungen hoch ist, räumt er ein. Allerdings sei das auch eine Frage der Gewöhnung.

 
 

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