Stadt hält Grundstücke für alternative Wohnformen frei

Ein Grundstück, das zur Verfügung steht, liegt an der Güterbahntrasse an der Friedhofstraße in Speldorf.
Ein Grundstück, das zur Verfügung steht, liegt an der Güterbahntrasse an der Friedhofstraße in Speldorf.
Foto: WAZ FotoPool

Heißen/Eppinghofen/Speldorf.. Die Stadt will alternativen Modellen gemeinschaftlichen Wohnens von Jung und Alt mehr Chancen einräumen – und hat dafür drei potenzielle Baugrundstücke blockiert: am Fünter Weg in Heißen, am Klöttschen in Eppinghofen und an der Friedhofstraße in Speldorf. Professionelle Hilfestellung für interessierte Menschen steht parat, nun liegt es an den Mülheimern, ob sie dieses Angebot, in Gemeinschaft ein Wohnprojekt zu entwickeln, auch annehmen.

Entsprechende Pläne machte die Stadt, bei der sich Planungs- und Sozialdezernat in der Sache zusammengefunden haben, nun vor der Planungspolitik öffentlich. Selbstbestimmte, generationenübergreifende Wohnformen in Quartieren sollen eine Chance bekommen, sich fernab des freien Marktes und ohne entsprechenden Zeitdruck entwickeln zu können. Dafür sollen sich Bürger zusammenfinden, bereits organisiert ist eine professionelle Betreuung für etwaige Interessenten. Der Verein „Soziale Stadt“, getragen von Spendenmitteln, finanziert die Moderation und Beratung im Projekt durch das Dortmunder Büro Post-Welters.

Miteinander statt Anonymität

Jene Dortmunder haben einen reichen Erfahrungsschatz in der Realisierung alternativer Wohnprojekte. Unter anderem hat das Büro das „WohnreWIR am Tremoniapark“ in Dortmund begleitet, das 2005 mit dem Innovationspreis Wohnungsbau des Landes NRW ausgezeichnet worden ist – nicht der einzige Preis, den Post-Welters in den vergangenen zahn Jahren mit einigen ihrer 35 neuartigen Wohnbauprojekte abgeräumt haben.

So soll das Büro nun auch in Mülheim wirken, um zusammen mit interessierten Mülheimern Gemeinschaftswohnprojekte möglich zu machen, die Menschen aus allen Lebensphasen zusammenbringen, klimafreundliches Wohnen ebenso ermöglichen wie eine Nachbarschaft, die nicht durch anonymes Nebeneinander, sondern durch verlässliches Miteinander geprägt ist.

Infoveranstaltungen und Workshops

Noch vor den Sommerferien will das Büro Post-Welters in Mülheim aktiv Interessenten ansprechen, die sich für ein Wohnbauprojekt über Mietkooperationen, Genossenschaften oder Baugruppen begeistern können und tatkräftig ihre Ideen bei der Entwicklung eines solchen Gemeinschaftsprojektes einbringen wollen. Für den 25. September ist eine Infoveranstaltung in der VHS geplant. Zwischen September und November sollen drei Workshops und eine Exkursion zum Thema angeboten werden, um sich über Wünsche, Projektprofile für einzelne Standorten und mögliche Finanzierungen auszutauschen.

Architekt Norbert Post formulierte das ehrgeizige Ziel, „in drei, vier Monaten für die jeweiligen Standorte eine Kerngruppe zu finden – Leute, die loslegen wollen“.

Die Grundstücke

1. Schulstandort Fünter Weg, Heißen. Der Grundschul-Standort soll im kommenden Jahr aufgegeben werden, es stehen dann (inklusive Bolzplatz nebenan) 6800 Quadratmeter für eine Überplanung zur Verfügung. Neben der Sanierung im Bestand könnten neue Gebäude entstehen. Das Büro Post-Welter hält es für diese Fläche für wahrscheinlich, dass eine Bauherrengemeinschaft das Grundstück kauft und auf eigene Faust ein ganz neues Quartier entstehen lässt.

2. Klöttschen, Eppinghofen. Das Areal zwischen Klöttschen und Vereinstraße ist als 12.000 Quadratmeter große Entwicklungsfläche ein Filetstück für die Entwicklung nördlich der Innenstadt, ein Teil davon könnte genutzt werden für ein Gemeinschaftsprojekt. Laut Post-Welter eignet sich der Standort wohl eher für eine Variante mit einem hohen Mietanteil und eine interkulturelle Ausrichtung. Dann würde später wohl ein Bauträger gesucht, um das Wohnkonzept umzusetzen.

3. Friedhofstraße, Speldorf. Das Grundstück nördlich der Bahnüberführung verfügt über rund 3300 Quadratmter und muss nicht mehr für Zwecke rund um den Güterbahnverkehr freigehalten werden. Der Planungsausschuss beschloss hierfür und für unbebaute Flächen südlich der Güterbahnanlage die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens, das Wohnbebauung möglich machen soll. 20 bis 25 Wohneinheiten hält das Büro Post-Welter am Standort für möglich.

 
 

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