Spektakuläre Chemie-Show auf der Freilichtbühne

Ferdi Schüth ist für die Chemie – im wahrsten Sinne des Wortes – „Feuer und Flamme“
Ferdi Schüth ist für die Chemie – im wahrsten Sinne des Wortes – „Feuer und Flamme“
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Von vielen Schülern wird das Fach Chemie als eher langweilig empfunden. Doch am Freitagabend erfuhren gut 1000 Mülheimer, dass Chemie spannend, gar spektakulär sein kann.

Mit einer großen und bunten Show unter freiem Himmel präsentierten Prof. Dr. Ferdi Schüth, Dr. Wolfgang Schmidt und André Pommerin vom Mülheimer Max-Planck-Institut für Kohlenforschung ihr Können. „Ich möchte Ihnen keine Chemie lehren, sondern Ihnen ein Stück der Faszination beibringen“, sagte Schüth in seiner Eröffnungsansprache.

Das erste Experiment ging direkt schief

Nach zwei Stunden voller Explosionen ist ihm das durchaus gelungen. Der Chemie-Professor könnte auch in der Unterhaltungsbranche sein Geld verdienen. Neben den zahlreichen Experimenten brachte Schüth die Zuschauer ein ums andre Mal zum Lachen. Zum Beispiel, als das erste Experiment direkt schiefging. Das Publikum verzieh den Fauxpas mit einigen Lachern.

„Eine solche Show präsentiere ich meinen Studenten traditionell zu Weihnachten. Aber im Hörsaal sind dabei natürlich gewisse Grenzen gesetzt“, erzählt Schüth und fährt fort: „Als ich nach Mülheim kam und die Freilichtbühne gesehen habe, ist sofort die Idee einer solchen Aufführung entstanden.“ Am Freitag fand die dritte Auflage dieser Show statt. „Wir machen das immer im Zwei-Jahres-Rhythmus. 2014 feiert das Institut 100-jähriges Bestehen, das passt also als Zeitpunkt sehr gut“, sagt Schüth.

Historische Anekdoten

Zu den verschiedenen Experimenten erläutert der Experte dem gespannten Publikum eine historische Anekdote und gibt den Zuschauern somit einen groben Überblick über die Geschichte der Chemie.

Zweimal führt Ferdi Schüth das zum Teil sehr junge Publikum an der Nase herum, als er behauptet, dass Cobalt (Co) und Lanthan (La) Cola sowie Bismut (Bi) und Erdium (Er) Bier ergeben würden. Beide Gemische ergaben aber tatsächlich am Ende die Farbe von Cola („Vielleicht eher Cola-Light“) und Bier („Es ist mehr ein Weizen geworden“). Nur trinken wollte es niemand.

Während das Publikum von den Aktionen der drei Wissenschaftler begeistert war, galt dasselbe für die Spezialisten auch. „Wir haben einen tierischen Spaß dabei, uns die Experimente auszudenken und zu verfeinern“, erklärt Professor Schüth. „So kommt doch jeder zur Chemie: Man ist begeistert von den Explosionen. Je lauter, desto besser“, sagt Schüth mit einem jungenhaften Grinsen auf den Gesicht. Selbst für Chemie-Banausen dürfte sich der Besuch der Freilichtbühne am Freitagabend rundum gelohnt haben.

 
 

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