Sparkasse sieht sich zunehmend in aggressivem Wettbewerb

Mirco Stodollick
Die Sparkasse Mülheim zieht Bilanz für das Jahr 2012.
Die Sparkasse Mülheim zieht Bilanz für das Jahr 2012.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Die Sparkasse spürt die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zieht aber zufrieden Bilanz für 2012: Es sei gelungen, stabil im Geschäft zu bleiben. Für 2013 erwartet Vorstandsvorsitzender Martin Weck ein leichtes Wachstum.

Jahresüberschuss von 1,5 Mio. Euro

Bei einer Bilanzsumme von 2,691 Mrd. Euro (-1,4 %) rechnet die Sparkasse für das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuss von 1,5 Mio. Euro, der – wenn Verwaltungsrat und Politik zustimmen – komplett in die Sicherheitsrücklage fließen soll, um die Eigenkapitalquote gemäß „Basel III“ zu stärken. Derzeit liegt sie bei 9,6 %; in fünf Jahren sind 10,5 % gefordert. Bei derzeitiger Betrachtung wäre beim Eigenkapital eine Lücke von 15,3 Mio. Euro zu stopfen, um die Kriterien der Bankenregulierung heute schon zu erfüllen.

Sparkasse hat zugelegt

Sowohl beim gewährten Kreditvolumen als auch bei den Einlagen von Kunden hat die Sparkasse 2012 zugelegt. Insgesamt laufen aktuell Kreditgeschäfte in einer Gesamthöhe von 2,2 Mrd. Euro (+3,3 %), refinanziert werden sie unter anderem durch Sparereinlagen in Höhe von 1,7 Mrd. Euro (+2,9 %). Dass die Summe der Kundeneinlagen gestiegen ist, darf nicht als selbstverständlich gelten in Zeiten, in denen die Sparkasse zunehmend aggressiven Wettbewerb wahrnimmt. Immer mehr Konkurrenz-Institute bieten Zinsen, etwa für Tagesgeld, die teils um einiges über der allgemeinen Zinskurve liegen; sie zahlen also drauf, um Kunden anzuwerben. „Viele Banken“, so Sparkassen-Vorstand Helmut Schiffer, „kämpfen ums Überleben und mit Lockvogel-Zinssätzen um Einlagen von Kunden, um ihnen nachher andere Produkte zu verkaufen.“ Bei der Sparkasse gibt es geringe Zinsen, die das Zinsniveau der Euro-Zone spiegeln. Anderes, so die Überzeugung, sei keine nachhaltige Geschäftspolitik.

[kein Linktext vorhanden]Mit Vertrauenskrise zu tun

Auf die setzt die Sparkasse. „Seit 2007 haben wir permanent eine Krise, erst eine Banken-, jetzt eine Staatenkrise“, so Schiffer. Als Bank habe auch die Sparkasse nun beständig mit einer Vertrauenskrise zu tun. Bei den Kunden herrsche Unsicherheit vor bei der Frage, wie sie ihr Geld anlegen sollten. Das spürt die Sparkasse deutlich im Wertpapiergeschäft: Hier sind die Umsätze im vergangenen Jahr um 11,8 % auf 329 Mio. Euro eingebrochen.