Songs mit Schliff und ohne Schnörkel

Die Band *The singer is always late* in ihrem Probenraum.
Die Band *The singer is always late* in ihrem Probenraum.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Band „The singer is always late“ setzt auf Folk-Rock und Folk-Pop. Sie serviert Cover-Musik und viele eigene Lieder. Zehn Konzerte in zwei Jahren

Mülheim.. Bunte Lämpchen beleuchten den kleinen Kellerraum, ein Orienteppich sorgt für ein wenig Wärme, Gute-Laune-Musik dringt nach draußen und macht Lust auf mehr. Im Gemeindehaus der Johanniskirche probt eine Band, die auf Folk-Rock, Folk-Pop und Crossover setzt. Ihr Name ist kompliziert, ihr Ziel simpel. Die fünf Musiker von „The singer is always late“ wollen ihr Publikum einfach „so gut wie möglich unterhalten“. Am liebsten live. Auf Festivals, in Kneipen, bei Festen. Zum Beispiel morgen – in den Rathsstuben.

Wöchentliche Proben

Seit zwei Jahren spielen sie zusammen, haben bisher zehn Konzerte gegeben, kommen wöchentlich zusammen, um alte Stücke durchzuspielen und neue einzustudieren. „Wir haben vorher in verschiedenen Combos gespielt und verschiedene Stile ausprobiert. Vom Hardrock über Jazz und Hip Hop bis zur Singer-Songwriter-Musik“, berichtet Simon Sandmann, Gitarrist und Sänger. „Als wir uns 2013 zusammengetan haben, war aber klar, dass wir Folk machen wollten.“ Das passte zu einer Zeit, in der Sänger wie Johnny Flynn oder Bands wie Mumford & Sons „die Folkwelle wieder lostraten“.

Schon nach kurzer Zeit gab die Formation ihr erstes Konzert. „Ein Zwei-Stunden-Programm mit etwa 15 Stücken, darunter noch viele Cover-Songs“, berichtet Stephan Klapper (Kontrabass). Evergreens wie „Sweet home Alabama“ haben die Mülheimer, die keine Profis sind, aber „ambitioniert und diszipliniert Musik machen“, inzwischen aus dem Repertoire verbannt, dafür kamen viele eigene Songs dazu – geschrieben von Simon Sandmann oder Marina Dittrich, der Sängerin. Die 22-Jährige wohnt mittlerweile in Berlin, strebt eine Musiker-Karriere an, sie fliegt zu Hauptproben und Konzerten ein und bekommt neue Stücke zum Üben schon mal gemailt.

„Die selbst geschriebenen Lieder sind Rohdiamanten, die gemeinsam bei den Proben geschliffen werden“, erklärt Simon Sandmann. Arrangements werden zusammen erarbeitet. Man setzt auf ehrliche, schlichte Musik, man beschränkt sich meist auf vier Instrumente (dabei: Marcus Raasch, Keyboard/Akkordeon und Martin Reimann, Schlagzeug) und zwei Stimmen, verzichtet auf E-Gitarre, nutzt am Keyboard nur den Piano-Sound. „Rhythmuswechsel und mehrstimmiger Gesang machen unserer Stücke spannend“, so die Musiker – im echten Leben übrigens Lehrer, Ingenieur, Verwaltungsmann, Sozialpädagoge, Studentin. Beim Folkerdey-Festival in Ratingen kamen sie richtig gut an. Ihre Pläne fürs nächste Jahr: „Auf vielen Festival spielen und eine professionelle CD produzieren.“

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