Signale stehen (fast) auf Grün für zwei neue Rewe-Märkte

Auf dem Gelände einer ehemaligen Spedition an der Düsseldorfer Straße soll ein Rewe-Frischemarkt entstehen.
Auf dem Gelände einer ehemaligen Spedition an der Düsseldorfer Straße soll ein Rewe-Frischemarkt entstehen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Signale stehen (fast) auf Grün für zwei neue Rewe-Märkte in Mülheim. Für das Depot Speldorf kündigt die Stadt eine Baugenehmigung für Ende November an. Die steht auch für einen Rewe-Markt in der Peripherie vom Dorf Saarn in Aussicht.

Mülheim.. Die Stadt wird aller Voraussicht nach zwei neue Rewe-Märkte bekommen – sowohl für das Speldorfer Depot als auch für den Standort zwischen Audi-Händler und THW-Übungsgelände an der Düsseldorfer Straße in Saarn steht in Aussicht, dass entsprechende Bauanträge von Investor Ten Brinke noch in diesem Jahr genehmigt werden.

Bis zuletzt war rund um die Ansiedlungsbegehren der Supermarkt-Kette Spannung garantiert. Nach Dienstagabend scheint klar: Ten Brinke und Rewe kommen mit beiden Projekten durch. Jedenfalls deutete sich im Planungsausschuss, so berichten Teilnehmer, kein politischer Widerstand in der Causa „Düsseldorfer Straße“ an.

Unbedenklichkeit soll attestiert werden

Die hatte Zündstoff in sich. Das Oberverwaltungsgericht hatte vor geraumer Zeit einen Bebauungsplan der Stadt einkassiert, mit dem die Ansiedlung weiteren Einzelhandels in der Peripherie vom Saarner Stadtteilzentrum verhindert werden sollte. Die Stadt hat daraufhin ein neues Bebauungsplanverfahren gestartet, dann platzte der Bauantrag für einen Rewe-Markt auf dem ehemaligen Appeltrath-Gelände herein. Die Politik hätte mit Verweis auf das laufende Bebauungsplanverfahren eine Veränderungssperre setzen und damit den Bauantrag auf Eis legen können, bis ein neuer Bebauungsplan und ein neuer Masterplan Einzelhandel vorliegen. Hat sie aber nicht getan.

So steht der Genehmigung des Bauantrags nun fast nichts mehr im Wege. Ten Brinke als Projektentwickler muss nur noch ein Gutachten vorlegen, das die Nähe zu einem potenziellen Störfallbetrieb (Galvanik Rudolf Clauss) an der Düsseldorfer Straße als unbedenklich darstellt. Das Gutachten ist laut Ten-Brinke-Geschäftsführung in Auftrag, es werde die geforderte Unbedenklichkeit attestieren, hieß es gestern auf Anfrage. Vom Planungsamt ist zu hören, dass eine Baugenehmigung in diesem Fall noch vor Jahresende erteilt werden könne.

Zusätzliche Ein- und Ausfahrt geplant

Die Stadt hat den Kampf um weitere Einzelhandelsansiedlungen im weiteren Umfeld vom Dorf Saarn offensichtlich aufgegeben. Wie zu hören ist, fürchtete sie gar eine politisch gesetzte Veränderungssperre. Ten Brinke, so die Argumentation, hätte in diesem Fall gute Aussichten gehabt, womöglich ausufernd Schadenersatzansprüche aufgrund entgangener Mieteinnahmen geltend zu machen. So wird Ten Brinke nun wohl bauen können. Rewe plant dort einen Frischemarkt mit 1200 m2 Verkaufsfläche, einen Getränkemarkt (300-400 m2) und circa 100 Stellplätze. Mitte bis Ende 2015 könnte der Baustart erfolgen.

Bis Ende November schon will die Stadt die Baugenehmigung für einen Rewe-Markt mit 1700 m2 Verkaufsfläche im Depot Speldorf erteilen. 130 Stellplätze werden dort auf vorhandenen Flächen organisiert, geplant ist eine zusätzliche Ein- und Ausfahrt an der Karlsruher Straße. Schon Anfang 2015 will Ten Brinke den Umbau starten.

MBI-Fraktionschef Lothar Reinhard, der die Wiederbelebung des Speldorfer Depots sehr gebrüßt, bemängelt aber, dass die Politik zu keiner Zeit in die Planungen einbezogen worden sei. Die Verselbstständigung der Verwaltung habe bedenkliche Züge angenommen. Etwa hätte sich Reinhard gewünscht, bei der verkehrlichen Erschließung des Depots über die Karlsruher Straße ein Wörtchen mitzureden. Die Straße sei heute schon in den Verkehrsspitzen überlastet.

 
 

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