Sieben Monate steht Luxus-Bau im Rumbachtal nun still

Neben der Kapelle ist ein Neubau mit acht Eigentumswohnungen vorgesehen.
Neben der Kapelle ist ein Neubau mit acht Eigentumswohnungen vorgesehen.
Foto: WAZ
Im Mai soll es nun weitergehen. Baufirma bekräftigt: Wasserprobleme sind gelöst worden. Die Grünen stellen kritische Fragen an die Stadt.

Mülheim-Holthausen. Es soll auch für Mülheimer Verhältnisse, wo Immobilien der Spitzenklasse nicht selten sind, ein herausragendes Objekt werden. „Allemal ist es mit der ehemaligen Kapelle ein Unikat“, betont Andreas Weymanns, von der Sparkassen-Tochter FDL, die die Immobilie vermarktet. Doch seit sieben Monaten steht das Neubau-Projekt im Rumbachtal an der Walkmühlenstraße still. Wasserprobleme. Doch die, so Hans Joachim Kemkes von der Baufirma Kemkes, sind nun gelöst. Im Mai rechnet er mit dem Fortgang der Bauarbeiten.

„Wir haben etwa ein Jahr Zeit verloren“, bedauert Kemkes und rechnet jetzt mit dem 1. Oktober 2016 als Einzugstermin in den Neubau, der auf dem Grundstück neben der Kapelle entsteht. Acht Eigentumswohnungen der Luxusklassen werden dort errichtet, in der umgebauten Kapelle werden es fünf sein. Wann mit dem Umbau in der einstigen Kirche begonnen werden kann, steht noch nicht fest. Unabhängig vom Wasserproblem müssen dort vor einem Baustart erst alle Wohnungen verkauft sein. Das habe steuerliche Gründe, so Kemkes.

Die Stadt hatte die Bauarbeiten im Sommer vergangenen Jahres auf unbestimmte Zeit stillgelegt, da Anwohner sich über laute Geräte, die tagelang Wasser aus der Baugrube abpumpten, beschwert hatten. Politiker hinterfragten zudem, warum in einem Überschwemmungsgebiet Baustellenwasser ins Kanalnetz gepumpt werde. Nichts geht seitdem mehr. Es nützte auch nichts, dass Architekt Apostolos Babalitis auf die Baugenehmigung verwies.

Probleme mit dem Grundwasser inzwischen gelöst

Die stammte jedoch aus einer Zeit, da das Gebiet noch nicht als Überschwemmungsgebiet deklariert war und Oberflächenwasser noch hätte in den Rumbach eingeleitet werden können. Auch die Stadt war sich nicht einig: Das Bauordnungsamt soll die Einleitung ins Kanalnetz genehmigt haben, die Untere Wasserbehörde untersagte es – aus Sicherheitsgründen. Der Grund: Mit dem Oberflächenwasser wurde auch Grundwasser abgepumpt. Der Spiegel des Grundwassers veränderte sich, die Statik der Nachbarhäuser sei gefährdet, hieß es.

„Wir haben das Problem inzwischen gelöst“, sagt Kemkes. Die Genehmigung der Unteren Wasserbehörde zum weiteren Abpumpen liege nun vor, letzte Feinabstimmungen erfolgten. Die Wasserbehörde war gestern zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Es würden, so Kemkes, zur Sicherheit Grundwasser-Messstellen errichtet, die den Spiegel während des Abpumpens und der Rohbauphase kontrollieren. „Wir haben dazu ein Gutachten erstellen lassen.“

Die Grünen bleiben skeptisch: Warum, so Britta Stelleiken, wurde eine Baugenehmigung erteilt, obwohl die Wasserbehörde im Rahmen des Verfahrens Bedenken hinsichtlich des Wasserabflusses, des Strömungsverhaltens und der Verteilung des Hochwasservolumens sowie nicht auszuschließender Gefährdung benachbarter Gebäude äußerte? Im Planungsausschuss soll die Stadt Stellung nehmen.

 
 

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