Shuttlebus bringt Kunden an den Baustellen vorbei

Ein Pendlerbus soll die Autofahrer von ihrem Fahrzeug abholen und in die Innenstadt fahren.
Ein Pendlerbus soll die Autofahrer von ihrem Fahrzeug abholen und in die Innenstadt fahren.
Foto: WAZ FotoPool
Mit einer ungewöhnlichen Idee will Forum-Manager Wolfgang Pins die Dauerbaustellen umgehen. Ein Shuttle-Dienst soll Kunden von der Konrad-Adenauer-Brücke in die Innenstadt und wieder zurückbringen. Inspiriert wurde er zu der Idee im Urlaub.

Müllheim. Die Unzufriedenheit über die Verkehrsführung in der Stadt ist groß, wie auch das Bürgerbarometer gezeigt hat. Jeder Zweite ist mit ihr nicht oder gar nicht zufrieden. Ein gerüttelt Maß an diesem Verdruss tragen Baustellen, die Orientierung und Durchkommen zusätzlich erschweren.

Ab September erwartet Händler, Kunden, Gastronomen und Bewohner wie berichtet die nächste Großbarriere dieser Art: Zur Sanierung des unterirdisch verlaufenden Rumbachs wird auf dem Dickswall zwischen Kuhlendahl und Tourainer Ring gebuddelt; zunächst für 18 Monate, wobei auf beiden Seiten jeweils eine Fahrspur und Parkplätze wegfallen. Anschließend geht’s weiter Richtung Innenstadt. Auch am Klöttschen sollen im Herbst die Bauarbeiten beginnen. Die Händler fürchten Umsatzeinbußen.

Keine Abhilfe in Sicht

Abhilfe? Ist nicht in Sicht. Die Stadt zieht sich auf den Zwang zurück, die Rohre unter der Erde sanieren zu müssen. In dieser Situation hat aber Forum-Manager Wolfgang Pins eine Idee. Er regt an, wie er der NRZ im Gespräch sagte, einen Kleinbus einzusetzen, der die Kunden zu den Geschäften und mit ihren Waren zurück zu ihren Autos bringt.

Unmöglich? Keineswegs. In seinem Urlaub hat Pins dergleichen schon in Bozen oder Brixen kennengelernt. „Dort sind die Straßen ohnehin zu schmal für viel Autoverkehr, so dass man die Besucher mit einem Pendelbus in die Stadt bringt“, sagte er. Und das schwebt ihm in dieser Ausnahmesituation auch für Mülheim vor.

Startpunkt an der Konrad-Adener-Brücke

Und zwar so: Startpunkt könnte der Parkplatz an der Konrad-Adenauer-Brücke sein. Der wurde nach dem Abriss der Hochbrücken, der von NRZ-Lesern vielfach bedauert wurde, für knapp eine Million Euro ausgebaut. Die 280 Parkplätze waren eigentlich für Besucher der Promenade gedacht, werden aber kaum in Anspruch genommen. Erst nachdem Regelungen für die Mitarbeiter der benachbarten Hütte sowie für jene des Amtsgerichts gefunden wurden, stehen nun etwas mehr Autos dort. Platz ist aber noch reichlich.

Hier könnte ein Kleinbus zur Runde durch die Innenstadt starten. Der Forum-Manger denkt zunächst an einen privat organisierten Bus, der vielleicht alle 20 Minuten starten könnte. Voraussetzung für Pins ist allerdings, dass das Parken an der Konrad-Adenauer-Brücke zum Nulltarif erfolgen kann. Derzeit kostet eine Stunde Parken einen Euro, da die Parkgebühren ein Punkt des Haushaltssicherungskonzeptes sind. Können Kunden einen Kauf nachweisen, wäre dann auch der Transport gratis. „Es soll ja kein Taxi sein, sondern ein Service“, sagte Pins.

Sponsoring wäre nötig

Wie die Linienführung aussieht, wie die Kontrolle erfolgt und wer das System trägt sind alles Fragen, die noch ungeklärt sind. Da durch die Bauarbeiten am Dickswall auch eine Tiefgarageneinfahrt des Forums betroffen ist, über die bislang etwa ein Drittel der Kunden fahren, besteht zumindest bei ihm Bereitschaft, sich finanziell für die Lösung zu engagieren. Weiteres Sponsoring wäre aber nötig - und lohnend, glaubt der Forum-Manager: „Das hätte mal eine positive Signalwirkung“.

Auch die Werbegemeinschaft Innenstadt hat inzwischen Interesse an einem solchen Shuttledienst signalisiert. In der kommenden Woche treffen sich alle Beteiligten, darunter auch die Verkehrsplaner der Stadt, die Stadtmarketinggesellschaft MST und „Autopapst“ Ferdinand Dudenhöfer, der an der Uni Essen-Duisburg Automobilwirtschaft lehrt, um einer Lösung hoffentlich näher zu kommen.

 
 

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