Seit 30 Jahren Fürsprecher der Natur

Die Mülheimer BUND-Kreisgruppe besteht seit 30 Jahren. Drei der fünf Sprecher sind (v. l.) Dr. Peter Keil, Arno Moog und Thorald vom Berg.
Die Mülheimer BUND-Kreisgruppe besteht seit 30 Jahren. Drei der fünf Sprecher sind (v. l.) Dr. Peter Keil, Arno Moog und Thorald vom Berg.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) feiert in Mülheim jetzt sein 30-jähriges Bestehen.

Mülheim.. Sie haben schon den Müll getrennt, als noch niemand von gelben Tonnen sprach. Jahrzehntelang liebestolle Mülheimer Kröten vor Autoreifen geschützt. Und dazu beigetragen, so manches ökologisch wertvolle Kleinbiotop zu erhalten. Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) feiert in Mülheim jetzt sein 30-jähriges Bestehen als Kreisgruppe.

Rück- und Ausblick sind ja üblich zu solchen Jahrestagen, und zumindest eins dürfte nicht mehr stimmen: Als „Umwelt-Diaspora“ wurde die Stadt im Gründungsjahr noch bezeichnet. Seither hat sich viel getan, haben Naturschützer (nicht nur die vom BUND) eine wichtige politische Stimme, sitzen in Ausschüssen und Beiräten, melden sich bei umweltpolitischen Themen zu Wort. Bei strittigen Bebauungsplänen suchen den fachlichen Rat der Naturschützer gern die betroffenen Bürger, die sich aber auch im Kleinen informieren, wenn es etwa um den Umweltschutz im eigenen Garten geht.

Alte Kulturlandschaften im Blick

Noch 1985, kurz nach der Gründung, sammelten die Ehrenamtlichen vom BUND Lacke, Lösungsmittel oder Medikamente, bevor die Stadt es übernahm. Und bis vor wenigen Jahren organisierten die Naturschützer auch die Straßensperrung für die Krötenwanderung, auch das organisiert inzwischen die Stadt. Naturschutz vor Ort praktiziert der BUND, der in Mülheim knapp 200 Mitglieder hat, zum Anfassen etwa auf den beiden Streuobstwiesen an der Mendener Straße und am Raffelbergpark. Oder bei der Pflege der beiden Magerwiesen am Mintarder Berg oder auf dem Fliegerberg im Duisburg/Mülheimer Wald. BUND-Mitglieder pflanzen Gehölze und Hecken einheimischer Herkunft, schützen Biotope, haben alte Kulturlandschaften im Blick und helfen damit, die Artenvielfalt zu erhalten. Dafür wünscht sich der BUND weitere aktive Mitglieder.

„Auch wir leiden unter Überalterung. Uns fehlen jüngere Mitstreiter“, sagt Peter Keil, einer der fünf Mülheimer BUND-Sprecher. „Viele denken vielleicht, dass man Experte sein muss“, ergänzt Thorald vom Berg, ebenfalls Sprecher. Doch es genüge, sich zu engagieren und sich für die Ziele des BUND einzusetzen. „Und wenn es mit der Säge in der Hand bei der Baumpflege ist.“ Die Abfall- oder die Energiegruppe könnte personelle Unterstützung gebrauchen, genauso, wie die Jugendarbeit.

Auch wenn in den letzten 30 Jahren das Umweltbewusstsein in der Bevölkerung zugenommen hat, gibt’s für aktive Naturschützer immer noch genug zu tun: Fracking ist ein modernes Umweltthema des 21. Jahrhunderts. Und vor allem innerhalb der Stadtgrenzen wachen die Umweltschützer auf Eingriffe in Natur und Landschaft. So soll, berichtet Peter Keil, an der Aktien-/Oberheidstraße ein Wäldchen für eine geplante Systemgastronomie fallen. Man darf davon ausgehen, dass die Naturschützer das nicht so einfach hinnehmen werden.

 

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