Schweres Unwetter mit Starkregen setzt Mülheim unter Wasser

Kein Schwimmbad, sondern die überflutete Bushaltestelle unter dem Mülheimer Hauptbahnhof. Auch andere, tiefer gelegene Straßen standen unter Wasser.
Kein Schwimmbad, sondern die überflutete Bushaltestelle unter dem Mülheimer Hauptbahnhof. Auch andere, tiefer gelegene Straßen standen unter Wasser.
Foto: FUNKE Foto Services
In kürzester Zeit ergießen sich 80 Liter pro Quadratmeter. Feuerwehr und Hilfsdienste sind stundenlang mit 190 Kräften im Einsatz. Altstadt schwer getroffen.

Mülheim. Das schwere Gewitter mit starken Regenfällen hat am Nachmittag in Mülheim für Chaos gesorgt. Um kurz nach 15 Uhr löst die Feuerwehr Vollalarm im Stadtgebiet aus. „Extremwetterlage über Mülheim!“ Wer kann, bringt sich noch ganz schnell in Sicherheit. In kürzester Zeit ergießen sich 80 Liter Wasser pro Quadratmeter über das Stadtgebiet.

Die Feuerwehr Mülheim war mit 140 Kräften im Einsatz. Unterstützt wurde sie von 50 Helfern vom THW, DRK, Johannitern und Maltesern. 150 Einsätze musste sie bis zum Abend abarbeiten. Verletzt wurde durch das Unwetter niemand. Über 80 Einsatzstellen waren bereits eine halbe Stunde nach Beginn des Unwetters gemeldet, im gesamten Stadtgebiet.

Wagen stehen im Wasser

Besonders heftig trifft es die Bewohner in der Altstadt. Wie Flüsse durchqueren die Regenmassen mehrere kleine Straßen. Schon kurze Zeit später stockt der Verkehr an allen Ecken und Enden. Nichts geht mehr. Ein Feuerwehrmann versucht, eine Durchfahrt zu regeln. Aus einem Ladenlokal wird bereits Wasser abgepumpt. Anwohner versuchen eilig, mit Besen den Fluten eine andere Richtung zu geben. Vergeblich. Aus Hauseingängen wird Wasser geschippt, mit vereinten Kräften versuchen die Menschen, Rinnsäle und Abflüsse freizubekommen, damit diese die Güsse schlucken. Zeitweise, berichten Anwohner später, habe das Wasser über 30, 40 Zentimeter hoch auf den Straßen gestanden.

An einigen Stellen haben sich kleinen Seen gebildet, manche Wagen stehen im Wasser. An der Kluse werden Mülltonnen einfach weggespült. „Da kommt bestimmt noch mehr Regen runter“, ruft einer der Bewohner die Straße hinauf, wo Nachbarn dabei sind, Steine zu stapeln.

Überall staute sich der Verkehr

Überall liegen Pflastersteine herum, unter vielen parkenden Fahrzeugen sammeln sie sich. Am Petrikirchenhaus ist ein kleiner Bagger in ein Loch gerutscht. Doch Priorität hat in dieser Stunde anderes.

Viele Keller laufen in kurzer Zeit voll. In Tunneln und unter Unterführungen sammelt sich das Wasser innerhalb weniger Minuten. Der Busbahnhof am Hauptbahnhof wird abgesperrt. Auch die Senke unter dem Tunnel an der Duisburger Straße läuft schnell voll. Land unter heißt es auch von der Friedrich-Ebert-Straße. Durch die Wasserkraft sind etliche Gullydeckel hochgedrückt worden.

Die Polizei musste zwischendurch einige Straßen kurzfristig sperren, die allein durch die Wassermassen, die die Kanalisation nicht mehr fassen konnte, unpassierbar geworden waren.

Überall staute sich der Verkehr. An der unteren Voßbeckstraße in Saarn wurde ein Wagen durch den Regen in einer Senke unter Wasser gesetzt.

 
 

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