Schafe und Stadtpläne siegen

Kristina Mader
Corinna Kasper (l.) und Renate Oppermann freuen sich, dass die Bürger ihre Karten-Kreationen auf Platz eins wählten.
Corinna Kasper (l.) und Renate Oppermann freuen sich, dass die Bürger ihre Karten-Kreationen auf Platz eins wählten.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Sie haben Bilder gemalt, Puppen gebastelt oder Märchen erzählt, ganze Welten auf wenigen Quadratmetern erschaffen. 41 Kreative beteiligten sich am zweiten Mülheimer Schaufensterwettbewerb. Nun stehen die Gewinner fest: Die Jury kürte Grafikdesigner Peter Helmkes „Scha(r)f sehen“ zum Sieger des Fachjury-Wettbewerbs, die Schneidermeisterin Corinna Kasper gewann mit „Anziehend“ den Preis der Bürgerjury.

Daniela Städter hat für die Wirtschaftsförderung Mülheim & Business den Schaufensterwettbewerb organisiert. Sie sieht den Wettbewerb als „Bekenntnis für die Innenstadt“. „Das Ergebnis der Fachjury fiel knapp aus“, verrät sie. Der Grafikdesigner und Künstler Peter Helmke gestaltete das Fenster bei Optiker Hugo Abel an der Leineweberstraße. Aus „Scha(r)fsehen“ wurden ein Schaf als Mottotier, dass die Betrachter scharf sehen, wenn sie durch eine Lupe im Schaufenster blicken. Auch für Hunde gab es ein solches Guckloch. „Eine originelle Idee auf Augenhöhe des Betrachters, die auch mit den Produkten des Händlers harmoniert“, begründet Ulrich Schallwig, Mitglied der Fachjury, sein Urteil.

Künstlerisches und Geschäftliches verbinden

Mit nur einem Punkt weniger belegt die zehnte Klasse der Willy-Brandt-Gesamtschule den zweiten Platz. Die Schüler designten das Fenster von Uta Siemer auf der Wallstraße unter dem Motto „Goldmaries Kleiderschrank“. „Wir wollten ein Fenster gestalten, in dem etwas Persönliches von uns vorkommt“, verrät Schüler Oliver Kussel. „Daher haben wir viel mit Gips gearbeitet.“ Lehrerin Beata Mordeja weiß: „Das Projekt hat die Schüler auf die Berufswelt vorbereitet – sie mussten das Künstlerische mit dem Geschäftlichen verbinden, Termine einhalten, Kooperationsbereitschaft zeigen und Kompromisse schließen.“

Auf Platz drei hat es Corinna Kasper geschafft, die die Schaufensterpuppen von Renate Oppermann in Mülheimer Straßenkarten kleidete. 19 Stadtpläne hat sie zu Jacken, Hosen und Kleidern vernäht. „Die Ausgestaltung besticht durch ein hohes Maß handwerklicher Perfektion“, findet die Jury.

Während sich die Sieger des Fachjury-Preises über ein Preisgeld freuen, sind die Gewinner des Bürgerwettbewerbs die Sieger der Herzen. „1200 Bürger haben abgestimmt“, freut sich Daniela Städter. Über den ersten Platz freut sich Corinna Kasper mit 174 Stimmen, Rang zwei geht an die Schüler der neunten Klasse der Willy-Brandt-Schule, die das Fenster der Kampfkunstschule Aikido Dojo Infinity gestalteten. Ihre älteren Mitschüler aus Klasse zehn räumen mit Goldmaries Kleiderschrank den dritten Platz ab.