Rund 6000 Besucher campieren beim Mülheimer Festival

Zeltstadt direkt an der A40: Rund 6000 Camper haben sich in den Mülheimer Ruhrauen eingerichtet.
Zeltstadt direkt an der A40: Rund 6000 Camper haben sich in den Mülheimer Ruhrauen eingerichtet.
Foto: FUNKE Foto Services
Zum Reggae-Festival werden rund 12 000 Besucher erwartet. Rund die Hälfte campiert in den Ruhrauen. Zwischen Zelten und Pavillons herrscht entspannte Stimmung.

Mülheim. Der Ruhr Reggae Summer in einem Wort? Wen man an diesem Freitagvormittag auf dem Camping-Platz in den Ruhrauen auch um eine Kurzzusammenfassung des Reggae-Festivals bittet, die Antwort ist stets dieselbe: entspannt. Die Gäste, die Atmosphäre, die Crew – alles leger. „Nur deshalb“, sagt Christian, der gerade mit seinen Freunden für Erinnerungsfotos posiert, „sind wir in diesem Jahr überhaupt hier.“ Weil es so nett ist in Styrum. Die in diesem Jahr angekündigten Bands hingegen findet eine Reihe der Festivalbesucher eher „geht so“.

Das Ortseingangsschild am Rand der Zeltstadt gibt den Takt vor: „Vibestadt“ steht darauf, womit in jedem Fall gute Vibrationen gemeint sind. Es geht ruhig zu in den Styrumer Ruhrauen. Nur das dumpfe Rauschen der Verkehrs ist zu hören, ab und an grüßt ein Laster hupend von der querenden A40-Brücke. Auf der Wiese zwischen Raffelberg- und Eisenbahnbrücke sind dicht an dicht Zelte und Pavillons aufgebaut, bunt dekoriert mit Luftballons und Girlanden, mit Fahnen und Wimpeln. „Wir erwarten 12 000 Besucher“, sagt Henning Schmalenbach vom Veranstalter U-Concert. „Rund die Hälfte davon bleibt auf dem Campingplatz.“

Die meisten sind bereits Donnerstag angereist, haben sich eingerichtet und die erste, wie Camper Burhan sagt, „kalte“ Nacht gut überstanden. Freitag ist es zwischen den Zelten jedoch warm. In Liege- und Campingstühlen sitzen die Reggae-Fans und warten auf den Festivalstart. Wenn sie denn einen Stuhl haben. Kati ist ihrer abhanden gekommen. Extra fürs Festival hat sie ein zusammenklappbares Sitzmöbel („grau mit schwarzen Beinen“) gekauft und jetzt ist es verschwunden – aber keinesfalls geklaut, ist die Mülheimerin überzeugt: „Das würde hier keiner machen.“ Vielmehr, glaubt sie, „hat sich den jemand ausgeliehen, ohne zu fragen“. Auch stehlen ist eben Definitionssache. Kati hat aber dennoch gute Laune. Denn zelten beim Ruhr Reggae Summer ist für sie „wie vier Tage Urlaub“.

Lisa und Marie stimmen zu. Auch die Wuppertalerinnen beschreiben das Festival als „sehr entspannt“ und, sagt Marie, „die Leute hier sind alle total nett. Jeder hilft jedem.“ Besonders gut gefällt ihnen das Naturbad, das am Wochenende nur Festivalbesuchern offen steht. Immerhin ist bestes Badewetter vorhergesagt. Lisa und Marie wollen Samstag schwimmen gehen, einige tauchen bereits Freitag bei 17 Grad Außentemperatur ab. Andere lassen in den Ruhrwiesen den Diabolo kreisen, spielen Bier-Pong oder werfen den American Football. „Hier trifft man immer nette Leute“, sagt Dajana und verweist auf ihre Begleiter, die sie vergangenes Jahr kennengelernt hat. „Deswegen sind wir diesmal trotz des Line-ups gekommen“, sagt Michael. „Es fehlen ein paar hochkarätige Bands.“ Dennoch bleiben alle, na klar, entspannt.

Eine Fotostrecke zum Ruhr Reggae Summer gibt’s übrigens hier: www.waz.de/festivals

 
 

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