Rund 20 Eigentümer teilen sich das Haus

Die ehemalige Lederfabrik Hammann in Speldorf wurde zu einem Seniorenzentrum umgebaut, auf dessen Areal es auch eine Kindertagesstätte gibt.
Die ehemalige Lederfabrik Hammann in Speldorf wurde zu einem Seniorenzentrum umgebaut, auf dessen Areal es auch eine Kindertagesstätte gibt.
Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTO.DESIGN / WA
Der Senioren-Park carpe diem in Speldorf wurde stückweise als „Sorglos-Immobilie“ verkauft, auch die Zimmer im stationären Bereich. Viele Ärzte haben hier investiert.

Mülheim-Speldorf. Seit einem Monat füllt sich der Senioren-Park carpe diem in der früheren Lederfabrik Hammann mit Leben. Die ersten acht stationären Bewohner werden versorgt, die ersten 13 Betreuten Wohnungen sind vermietet. Es gibt zwar noch viel Platz, aber zunehmend zu tun, so dass Einrichtungsleiter Jörg Ziemann sein neunköpfiges Pflegeteam rasch verstärken wird.

Vom viel beklagten Personalmangel spüre er derzeit nichts, erklärt Ziemann: „Wir haben, wie die meisten neuen Häuser, keine Probleme, Fachkräfte zu finden, und im Moment reichlich Bewerbungen auf dem Tisch liegen.“

Es gibt aber noch etwas anderes, worin sich der Senioren-Park an der Hansastraße von anderen Einrichtungen in der Stadt unterscheidet: Sowohl die Appartements des Betreuten Wohnens als auch die 76 Zimmer mit Bad auf den Pflegestationen wurden einzeln vermarktet und inzwischen an eine Vielzahl von Eigentümern verkauft.

120.000 für ein ca. 50 Quadratmeter großes Appartement

Die Betreibergesellschaft carpe diem fahre dieses Konzept bereits in zehn anderen Einrichtungen, erklärt Matthias Korte, Geschäftsführer der Kreativ Bauen & Wohnen GmbH, die in Speldorf als Bauträger fungiert. Das Modell werde schon in etlichen Städten umgesetzt, neuerdings auch in Mülheim. „Das Konzept Teileigentum ist vom Markt gewollt“, meint Korte.

Er vergleicht es mit einem Mehrfamilienhaus, in dem man Eigentums- und Sondernutzungsrechte erwirbt (letzteres etwa für die Gemeinschaftsräume). Beworben wird der Senioren-Park als „Sorglos-Immobilie“: für 20 Jahre verpachtet an einen „renommierten Betreiber“, der für Wartung und Unterhalt zuständig ist und, so Matthias Korte, „auch in die Instandhaltung investiert“.

Der Preis ist kein Geheimnis: Nach Angaben von Korte beläuft er sich auf rund 120.000 € für ein ca. 50 qm großes Appartement. Die Nachfrage sei groß gewesen: „Innerhalb von acht Wochen waren 80 Prozent der Einheiten verkauft, inzwischen sind es alle.“ Abgesehen von 30, die man nicht veräußern, sondern behalten wolle.

Sehr viele Ärzte haben investiert

Wer kauft ein Zimmer im Pflegeheim, oder mehrere? „Vorwiegend Privatleute, die sich an einer solchen Einrichtung beteiligen möchten. Sehr viele Ärzte haben hier investiert.“ So dass der Senioren-Park mittlerweile ungefähr 20 verschiedenen Eigentümern gehört. Sie glauben, wie Korte, an diese „sichere Anlage, um die man sich nicht kümmern muss, zumindest in den ersten 20 Jahren“. Und vor allem auch der demografische Wandel spreche dafür, in Senioren-Immobilien zu investieren.

Die Bewohner würden im Alltag überhaupt nicht merken, wie viele verschiedene Eigentümer in diesem Haus formal zusammen kommen. „Sie haben nur einen Ansprechpartner: carpe diem.“