Ruhrbania umkurvt die AOK

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Ruhrbania stoppt nicht, aber bekommt auf dem Baufeld III ein neues Gesicht – zunächst jedenfalls in den Plänen. Das AOK-Gebäude, dessen Abriss mal vorgesehen war, wird bleiben. Die Gesundheitskasse investiert demnächst in neue Technik. Das Gesundheitshaus dahinter indes könnte nach wie vor fallen.

Ruhrbania geht weiter, auch jenseits der Eisenbahnbrücke. Allerdings, so der Leiter des Planungsamtes, Jürgen Liebich, in abgeänderter Form. Anders als noch in den ursprünglichen Plänen vorgesehen, wird auf dem Baufeld III, wo sich altes Arbeits-, Gesundheitsamt und die AOK befinden, nicht alles niedergelegt. Die Pläne sollen insoweit geändert werden, dass das Gebäude der Gesundheitskasse bestehen bleibt. „Wir halten allerdings an dem Ziel, auf dem Baufeld Stadthäuser mit großstädtischem Flair zu errichten, fest“, so Liebich.

Vor gut drei Jahren hatten Studenten der Universität Dortmund Stadthäuser an der Stelle entworfen, die innerhalb des Planungsdezernates und bei den meisten Politikern auf positive Resonanz stießen. An den Planungen für das Baufeld arbeitet die Stadt weiter – mit Änderungen. Das AOK-Gebäude soll bleiben. Die AOK will dort auch nicht weg, lobt den Standort.

80 Beschäftigte arbeiten am Fluss für die Gesundheitskasse, 40 000 Versicherte betreuen sie in Mülheim. „Wir werden in neue Technik investieren“, sagt der dortige Leiter Roland Angenvoort. Die EDV-Leitungen müssten dringend leistungsfähiger werden. Etwa 250 000 Euro, so Angenvoort, werde man investieren.

Politisch stoßen die Planungsänderungen durchaus auf Gegenliebe: „Dieser Baukomplex“, so der planungspolitische Sprecher Hubert Niehoff, „ist sicherlich kein architektonischer Glanzpunkt, aber ein ansprechender und solider Zweckbau. Was gut funktioniert, sollte man nicht abreißen.“ Wichtig für die Politik: Die AOK hat Planungssicherheit. Aus Sicht der Grünen müsse ohnehin nicht alles gleichförmig an der Promenade sein. Kontrapunkte hätten durchaus ihren Reiz.

Die Mülheimer Bürgerinitiativen indes bleiben bei ihren Vorbehalten gegen ein Fortschreiten von Ruhrbania, das sie ohnehin für eine Fehlplanung halten. Mehrfach hatten die MBI beantragt, die Ruhrbania-Erweiterung auf dem Gebiet zwischen Eisenbahn- und Nordbrücke aufzugeben. „Doch eine solche Schadensbegrenzung wurde und wird nicht gewollt“, beklagt Lothar Reinhard.

Im Ruhrbania-Plan bleibt auch das zehnstöckige Büro-Hochhaus am Rande der Konrad-Adenauer-Brücke. Ob das jemals zustande­kommt, ist fraglich. Für die Stadtplaner soll das Hochhaus auch eine Art Schutzschild vor Lärm und Abgasen für das Areal an der Promenade sein.

Und was wird aus dem Gesundheitshaus? Der Planungsamtsleiter seufzt. „Wir brauchen eines, aber es könnte auch an anderer Stelle stehen.“

 
 

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