Rolli Rockers: Betrüger offenbar identifiziert

Im Fall des Vereins Rolli Rockers Sprösslinge, bei dem vor zehn Tagen ein angeblicher „WDR-Mitarbeiter“ 100 Euro ergaunert hatte (wir berichteten), wurde jetzt ein dringend Tatverdächtiger ermittelt.

Wie Bernd Nierhaus, Gründer der Kinderhilfs-Initiative, berichtet, kamen am Montag Polizeibeamte in die Geschäftsstelle und legten ihm mehrere Fotos vor, „darunter war auch ,Herr Schneider’“. So hatte sich der Unbekannte genannt, der vorgab, für „Die Sendung mit der Maus“ unterwegs zu sein, und großzügige Spenden versprochen hatte.

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass der mutmaßliche Täter anhand von Lichtbildern erkannt wurde: „Der Mann hat keinen festen Wohnsitz und ist wegen Betrugsdelikten einschlägig bekannt.“ Die Ermittlungen dauerten allerdings noch an.

Der Auftritt des offenbar geübten Schwindlers hat ein weiteres Nachspiel, und das ist erfreulich für den Verein: Durch den Zeitungsbericht über den Vorfall wurde der Internationale Club der Schlitzohren aufmerksam, der sich 1979 in Mülheim gründete und seitdem Kinderhilfsprojekte weltweit unterstützt. Schlitzohren-Mitglied Jörn Wittenberg, Geschäftsführer eines großen Logistikunternehmens und Fotograf „mit semiprofessionellem Anspruch“, sagte Rolli Rockers Sprösslingen eine Spende von 350 Euro zu.

Er habe sie im Rahmen eines Fotoshootings gesammelt mit dem Anliegen, „bedürftigen Mülheimer Kindern in echter Not zu helfen“. Mit Bernd Nierhaus wurde verabredet, das Geld für die diesjährige Adventsfeier von Rolli Rockers Sprösslingen zu verwenden: Am 29. November sind etwa 50 bedürftige Kinder samt ihren Familien in den Saal der Styrumer Gaststätte Union eingeladen. Alle dürfen eine Geschenktüte mitnehmen. Auch Kinder, die über Weihnachten im Krankenhaus bleiben müssen, sollen wieder besucht und beschert werden. Nierhaus schätzt, dass die Advents-Aktion etwa 2500 Euro kostet. Da helfe die jüngste Spende, doch noch hätten sie das Geld nicht zusammen.

 
 

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