Rollende Spielkiste für die Stadtteile

Kicken auf dem Rasen: Das Spielmobil bei einem Einsatz an der Arndstraße.
Kicken auf dem Rasen: Das Spielmobil bei einem Einsatz an der Arndstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Das Spielmobil parkt vor allem in Bereichen, wo es in Mülheim keine Jugendeinrichtungen im direkten Umfeld gibt. Bewegung und Geschicklichkeit werden gefördert. Spielmobil-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen halten auch Kontakt zu den Eltern.

Mülheim.. Das Spielmobil der Awo ist bei den Kindern in den Stadtteilen, die regelmäßig angefahren werden, bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Der bemalte Bus stand in der letzten Woche drei Tage auf der Wiese am Spielplatz Arndtstraße, umringt von zehn, zwölf Kindern aus vielen Nationen. „Sonst haben wir hier so um die 50 Kinder“, sagt Mitarbeiterin Daniela Glandorf. „Viele türkische Familien sind nach dem Ramadan in die Türkei gefahren.“

Heute Nachmittag wollen zum Glück nicht alle mit dem Dino-Car fahren. „Da wird sich sonst drum gerissen“, lacht Daniel Klöcker, der als hauptamtlicher Awo-Mitarbeiter nach Bedarf von pädagogischen Honorarkräften unterstützt wird. Und die bieten an, mit den Kids zu basteln, zu malen und Spiele zu spielen. Bei den älteren Kindern müssen auch schon mal Redebedürfnisse befriedigt werden. „Wir hatten gerade ein Gespräch über Liebeskummer“, so Daniela Glandorf. „Die Kinder sind ganz froh, wenn sie mal einen erwachsenen Ansprechpartner außerhalb ihres Umfeldes haben“, weiß Klöcker.

Kinder freuen sich auf verschiedene Spielgeräte

Die Spielmobil-Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehen die Kinder aufwachsen, lernen die Geschwisterkinder kennen. „Man bekommt viel von den Kindern zurück“, sagt Klöcker. Er und seine Mitarbeiter haben auch Kontakt zu den Eltern, die, bei Bedarf, an Beratungsstellen verwiesen werden können. Es komme nicht selten vor, dass eine Mutter mit Post vom Amt kommt, und um Erklärungshilfe bittet. Der Bus fährt vor allem in Stadtteile, wo es keine Jugendeinrichtungen im Umfeld gibt.

Die Kinder freuen sich auf die Spielgeräte, Bewegung und Geschicklichkeit werden besonders gefördert. Eine ganze Kiste voll haben die Mitarbeiter dabei, mit Klassikern wie Seilchen, Diabolos, Jongliertellern, Bällen, Stelzen oder Bobbycars und Sandspielzeug für die Kleinsten. Manchmal muss im Streit vermittelt werden, mal wird ein Pflaster oder ein Taschentuch verteilt. An diesen heißen Nachmittag ist aber kein richtiges Tobewetter, viele Kinder sitzen lieber im Schatten, einige spielen Fußball zwischen den aufgestellten Kleintoren, das Riesenlegospiel ist gerade verwaist.

Die Kinder gehen sehr sorgsam mit den Spielzeugen um, hat Klöcker beobachtet. Manchmal bekommen die Mitarbeiter etwas zurück, was sie vor drei Wochen beim Einräumen vergessen haben. Denn normalerweise ist das Awo-Spielmobil nur alle drei Wochen an den Spielplätzen Arndstraße, Moritzstraße, Charlottenstraße. Außer in den Ferien: In dieser Woche steht das Spielmobil Dienstag, Mittwoch und Donnerstag in der Charlottenstraße, jeweils von 15 bis 18 Uhr.

Das Spielmobil kann jeder mieten

Das Spielmobil gibt es seit 1984 in der Stadt mit der Aufgabe, als mobile Jugendeinrichtung vor allem in Stadtteilen ohne attraktive Spielflächen ein Angebot zu schaffen. Gerade für Familien in ungünstigen sozialen und wirtschaftlichen Lebensverhältnissen.

Das Spielmobil ist schon in die Jahre gekommen, die Sparkasse sponserte den VW-Transporter vor 15 Jahren. Der alte Diesel fährt inzwischen mit roter Plakette und Sondergenehmigung durch die Stadt. Durch geänderte Führerscheinbedingungen dürfen jüngere Mitarbeiter den Wagen nicht mehr mit Anhänger fahren, was den Transport vor Probleme stellt, wenn die Hüpfburg mitgenommen werden soll oder die „Bewegungsbaustelle“, die viel Platz brauchen.

Ein Mitarbeiter mit einer halben Stelle sowie zehn bis zwölf Mitarbeiter auf Honorarbasis kümmern sich um die Spielmobileinsätze. Man kann das Spielmobil auch privat mieten, inklusive ausgesuchter Spielzeuge wie Kletterfelsen, Röllchenbahn, Torwand. Für gemeinnützige Organisationen gibt es Sonderpreise. Über Spielzeugspenden freuen sich die Mitarbeiter. Besonders benötigt werden Sachen für die Kleinsten ab vier Jahren: Hüpfbälle, Bauklötze, Murmelbahnen, Spielbälle aller Art.
Kontakt: Awo 450 030; spielmobil @awo-mh.de; http://awo-mh.de

 
 

EURE FAVORITEN