Rock und Metal auf der Party-Promenade

Schwarz bereichert die bunte Szene an der Sandstraße: Christian Kirsch (l.) und Danny Steinberg im „T.I.C.“
Schwarz bereichert die bunte Szene an der Sandstraße: Christian Kirsch (l.) und Danny Steinberg im „T.I.C.“
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim.. Christian Kirsch und Danny Steinberg bilden den schwarzen Fleck der Sandstraße – im positiven Sinn. Im Dezember 2011 haben die beiden Gründer auf der Partymeile den Club „The Inner Circle“, kurz T.I.C., aufgemacht, mit Metal-, Rock- und Gothic-Musik. Auch wenn die anderen Clubs eher buntgekleidetes Publikum anziehen – mit den Nachbarn auf der Sandstraße verstehen sie sich prima.

Mülheims Feiermeile wächst. Hinter Ballermann, Loft-Gallery und dem Tequilas Club haben sich Danny Steinberg und Christian Kirsch mit dem T.I.C. platziert und spielen das Kontrastprogramm zu Schlager, House, Elektro oder Chartmusik, die sonst samstags aus den Clubs dröhnt. „Wir spielen das harte Zeug: Metal, Rock, Gothic oder Mittelalter.“

"Die Halle glich einer Bauruine"

Draußen scheint die Sonne, doch drinnen dämmert’s schon. Auf 600 Quadratmeter Clubfläche tanzt man unter einem Pentagramm, an dem Scheinwerfer und Lasertechnik befestigt sind, daneben erfrischen sich Gäste an zwei Theken mit Getränken. Als Dekoelemente haben die Pächter Birkenbäume haltbar gemacht, drapiert und illuminiert. In gemütlichen Lounge-Ecken fläzen sich die Besucher unter rot-fackelnden Kronleuchtern oder probieren in der unteren Etage Snacks aus der hauseigenen Küche.

Bis zum fertigen Lokal war es ein weiter Weg. „Die Halle glich einer Bauruine“, sagt Christian Kirsch. Ein halbes Jahr haben der 36-Jährige und sein Kompagnon renoviert – und „bis auf den Anstrich“ fast alles selbst gemacht. Schließlich stand die ehemalige Industriehalle über ein Jahr lang leer, der Vorbesitzer, eine türkische Diskothek, hinterließ ziemlich viel Müll. Neben der Halle mit zwei Theken und der großen Tanzfläche, die auch häufig für Konzerte genutzt wird, haben Kirsch und Steinberg auch einen großen Außenbereich, in dem sich vor allem die Raucher aufhalten.

"Offen für alle, die Spaß an dunkler Musik haben"

Warum ein eigener Club? „Auf die Idee sind wir gekommen, weil wir selbst keinen Club mehr hatten, in den wir gehen konnten.“ Es fehlte schlicht das Angebot. Also musste erst der eigene gegründet werden. Vom Bürostuhl auf den Barhocker sozusagen? „Nicht ganz, schließlich haben wir nie klassische Bürojobs gemacht.“ Christian Kirsch ist gelernter Veranstaltungskaufmann, Danny Steinberg gelernter Radio- und Fernsehtechniker.

Mit Grufti-Vorurteilen wollen die beiden aufräumen: „Bei uns feiern alle friedlich, und wir sind offen für alle, die Spaß an dunkler Musik haben.“ Düsterrock- und Mallorca-Partys gleich gegenüber – verträgt sich das denn? „Damit haben wir keine Probleme“, sagen die beiden.

Ab und zu wanken betrunkene Ballermann-Gänger, die nebenan rausgeflogen sind, zum T.I.C. hoch und klopfen an die Tür. „Doch das ist nicht unser Publikum.“ Denn eine Voraussetzung gilt es zu erfüllen, um in den „Inner Circle“ aufgenommen zu werden – Dresscode: schwarz.

Info: www.tic-club.de

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