Riskante Pläne mit der Mülheimer VHS

Eingebettet ins Grün der Müga: die VHS. Ihre Sanierung würde nach Berechnungen der Stadt rund 16 Millionen Euro kosten.
Eingebettet ins Grün der Müga: die VHS. Ihre Sanierung würde nach Berechnungen der Stadt rund 16 Millionen Euro kosten.
Foto: www.blossey.eu
Die Stadt bietet die Fläche der Volkshochschule für die Sparkassen-Akademie an, hat aber bisher keinen alternativen Standort für die Weiterbildung. Die Politik wartet seit zwei Jahren auf ein Konzept.

Mülheim.. Was wäre, wenn Ende November der Standort der Mülheimer VHS den Zuschlag für die Sparkassen-Akademie bekäme? Innerhalb der Politik wächst die Sorge, weil es nach wie vor kein Konzept dafür gibt, wo und wie die Volkshochschule von Morgen in Mülheim stattfinden soll. „Die VHS kann man nicht einfach abgeben und abreißen, ohne zu wissen, welche Alternative man für die Bürger hat“, sagt der CDU-Fraktionschef Wolfgang Michels.

Er ist nicht der einzige, der beunruhigt ist, weil seit über zwei Jahren die Politik auf ein Konzept wartet. Es wurde immer wieder verschoben. Vor einem Jahr um diese Zeit, erinnert sich der SPD-Fraktionschef Dieter Wiechering, habe es geheißen: Nach den Sommerferien werde der Zukunftsentwurf vorgelegt. Fehlanzeige.

Auch in der SPD kommt angesichts der Entwicklung Unruhe auf: „Es reicht nicht, einfach zu sagen, VHS könne auch dezentral in den Stadtteilen stattfinden und dann nur einen Standort in Styrum zu nennen“, mokiert sich Wiechering und erwartet in nächster Zeit Vorschläge. „Wir brauchen überzeugende Ersatzvorschläge, die wir auch mit den Bürgern diskutieren müssen.“

Die Politiker wissen, dass auch innerhalb der Bürgerschaft mittlerweile, was die Zukunft der VHS angeht, sich Sorgen breitmachen. Bei allen möglichen Veränderungen und Verlagerungen von Weiterbildung in die Stadtteile müsse, so Franziska Krumwiede (Grüne), die VHS in der Innenstadt einen Anlaufpunkt behalten. Ob das jenseits der jetzigen Lage an der Bergstraße trotz vieler leer stehender Gebäude in der City so einfach möglich ist, da hat sie allerdings Zweifel.

Das jetzige Gebäude in Top-Lage der Stadt ist ein Sorgenkind. Seit Monaten ermitteln Fachleute den Sanierungsbedarf bei dem Objekt aus den 1970er Jahren. Den Politikern wurde jetzt eine Zahl von 16 Millionen Euro genannt, die investiert werden müssten, plus das, was nicht vorhersehbar ist. Für die Kommune nicht zu finanzieren. Auch daher kommt der Druck, Alternativen zu finden.

Doch an der Zahl gibt es Zweifel: „Ich kann mir nicht erklären, wie man auf so eine Summe kommen kann. Das Gebäude kann verbessert werden, es ist aber nicht marode“, so Lothar Reinhard von den Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI). Er spricht denn auch von Fantasierechnungen und hielte es für einen weiteren großen Fehler in der Stadtplanung, diesen Standort für die Bürger aufzugeben. „Das Gebäude hat weit mehr als einen nostalgischen Wert“, sagt Lothar Reinhard. Einen möglichen Denkmalschutz haben schon andere ins Spiel gebracht. Reinhard denkt aber auch daran, das Gebäude eines Tages vielleicht durch einen Bürgerentscheid zu retten.

 
 

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