Riesiges Verkehrchaos rund um Mülheim wegen Bandidos-Party

Starke Polizeikontrollen wegen eines Bandidos-Treffen am Förderturm.
Starke Polizeikontrollen wegen eines Bandidos-Treffen am Förderturm.
Foto: pottMEDIA / WAZ FotoPool
Der Polizeieinsatz, der die Feier zum 14-jährigen Bestehen des Bandidos MC Germany begleitete, dürfte einer der größten Einsätze in der Geschichte Mülheims gewesen sein. Der Straßenverkehr rund um die Kontrollpunkte am Rhein-Ruhr-Zentrum, auf der A 40 und an der Eppinghofer Straße, brach quasi zusammen.

Mülheim.. Das dürfte einer der größten Polizeieinsätze in der Geschichte Mülheims gewesen sein: Rund um den Kreisverkehr im Gewerbegebiet „Am Förderturm“, in direkter Nachbarschaft zum Rhein-Ruhr- Zen­trum und nahe der Stadtgrenze zu Essen, hatten Polizeikräfte seit Samstagmittag mit einem Großaufgebot alle Straßen und Zufahrten abgeriegelt, kontrollierten jedes Fahrzeug. Der Grund: Eine Feier zum 14-jährigen Bestehen des Rockerclubs „Bandidos MC Germany“, zu der mehrere hundert Rocker erwartet wurden.

Zahlreiche Männer in so genannten „Kutten“, den Westen mit dem Emblem des Clubs, sah man am Samstagabend einer Diskothek nahe am Kreisverkehr zustreben, man begrüßte sich per Handschlag. Am Ende hatte die Polizei über 1000 Bandidos-Mitglieder kontrolliert.

Die Rocker wollten offenbar feiern und keine Randale: Keine nennenswerten Zwischenfälle meldete die Polizei am Ende einer langen Nacht. Vier Männer wurden zur Klärung ihrer Identität vorgeführt, weitere zwei mussten zur Klärung wegen verbotenen Waffenbesitzes mit zur Wache kommen. Insgesamt hatte die Polizei bei ihren Kontrollen 40 Gegenstände, vom Messer bis zur Gaspistole, sichergestellt.

Lange Autoschlangen vor den Sperren mit Panzerwagen

Wer am Abend vom Einkauf kam oder zu seiner Wohnung in den umliegenden Straßen wollte, den erwartete eine gespenstische Atmosphäre im aufkommenden Nebel: Lange Autoschlangen vor den Straßensperren, Zusatzbeleuchtungen auf dem Mittelstreifen, Polizeifahrzeuge vom Krad bis zum gepanzerten Einsatzfahrzeug, eine hohe Zahl martialisch wirkender, bewaffneter Beamter.

Die allerdings nach einer Sichtkontrolle unbeteiligte Autofahrer heraus- und an den Fahrzeugschlangen vorbeiwinkten, in denen Autos mit Kennzeichen aus dem ganzen Bundesgebiet standen. Dennoch gab es reichlich Verkehrsbehinderungen durch die Kontrollen, was die Polizei bedauert: „Wenn mehrere Männer in einem Wagen überprüft werden mussten, dauert es schon mal länger“, erklärte ein Sprecher.

Kontrollen auch am Rockertreff Eppinghofer Straße

Erst am Vortag hatte die Polizei erfahren, dass Mülheim der Ort für die große, jährlich stattfindende Bandidos-Party sein würde. Zuvor waren andere NRW-Großstädte im Gespräch gewesen. „Eine private Feier muss man nicht anmelden,“ erklärte ein Polizeisprecher dazu. Zügig wurden Einsatzkräfte aus mehreren NRW-Städten zusammengezogen und nach Mülheim gebracht. Noch im weiteren Umkreis, etwa in Essen-Frohnhausen, standen Polizeifahrzeuge an den Kreuzungen.

Auch an der Eppinghofer Straße, wo die Ordnungshüter in diesem Jahr regelmäßig in Sachen Rocker aktiv gewesen waren, wurde am Samstag umfassend kontrolliert. Durch das große Aufgebot an Beamten wollte die Polizei in erster Linie Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Rockergruppen verhindern.

„Es kam weder zu Konfrontationen zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen noch zu etwaigen Machtdemonstrationen der Rocker im Stadtgebiet“, so der verantwortliche Polizeiführer Rainer Pannenbäcker.

 
 

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