Reizvolle Perspektive

Es sind nur kurze 1,4 Kilometer Radweg, die Ende Mai letzten Jahres offiziell freigegeben wurden. Die Bedeutung dieses Teilstücks der Rheinischen Bahntrasse ist jedoch groß: Denn es ist ein wichtiges Bindeglied, das den künftigen Radschnellweg mit dem Grugaradweg verknüpft und damit auch ein Wegenetz erschließt, das weitgehend ungestörtes Radeln, frei von Konflikten mit Autofahrern ermöglicht. So kann man von dort aus gut den Einstieg in den Ruhrtalradweg erreichen. 1,4 Millionen Euro – für einen Rad- und Fußweg von recht überschaubarer Länge viel Geld. „Neben dem Wegebau umfassten die Baumaßnahmen auch die Instandsetzung von zwei Brückenbauwerken. Zudem führt der Radweg durch eine etwa neunzig Meter lange Unterführung. Diese wurde aus Sicherheitsgründen mit Lampen ausgestattet“, erklärten die Sprecher des Regionalverbandes Ruhr, der bei der Umwandlung alter Eisenbahntrassen in Rad- und Wanderwege federführend ist. Das Projekt wird durch die EU zu 50 Prozent und durch das Land NRW zu 30 Prozent gefördert. Die verbleibenden 20 Prozent sind Eigenmittel des RVR. Auch Bürgermeisterin Ursula Schröder (CDU) ist sicher, dass Mülheim von dem Weg profitieren werde. Die zu erwartende Nutzung dürfte die Kosten rechtfertigen. Nicht nur Radfahrer, sondern auch Hundebesitzer, Jogger, Skater und viele Ausflügler nutzen die Wege oft und gern. Das Teilstück beinhaltete auch ein Versprechen für die Zukunft: Anfang Oktober sollte die Strecke bis zum Mülheimer Hauptbahnhof fertig sein. Knapp fünf Kilometer für 4,5 Millionen Euro. Die Arbeiten waren schon länger in vollem Gang.

Wie erwartet erfreut sich die Trasse großer Beliebtheit: Schon Wochen vor der offiziellen Eröffnung im November tummelten sich dort Radfahrer, Spaziergänger, Jogger und Rollerblader. Unmittelbar nach der Eröffnung im Beisein von NRW-Verkehrsminister Michael Groschek sendete das Ministerium auch das klare Signal, dass der Radschnellweg in Richtung Duisburg zügig weitergebaut werden soll. Eine der spannendsten Etappen mit neuen Einblicken in die Innenstadt entsteht bald in Mülheim. Zwischen Hauptbahnhof und Ruhr können sich Fußgänger und Radler dann auf dem ersten Teil der Hochpromenade entspannen. Ein Stadtbalkon und Sitzgelegenheiten werden dort zum Verweilen einladen. Hoch führt dann aus Platzgründen ein Fahrstuhl.

Oberbürgermeister Ulrich Scholten treibt das Projekt Radschnellweg kräftig voran. Mit dem Promenadenradweg soll auch die Innenstadt weiter belebt werden. Obwohl er Teil des Radschnellweges ist, wird dieser Abschnitt als Langsamfahrstrecke angelegt. Das war die Voraussetzung, um für das Projekt Zuschüsse aus dem Topf der Städtebauförderung zu bekommen. „Man soll dort auch verweilen und den Ausblick in die Stadt genießen können“, erklärte kürzlich Felix Blasch, stellvertretender Leiter im Planungsamt. Laufen die Arbeiten auf der Hochpromenade nach Plan, steigt im Frühling 2017 die Eröffnungsfeier.