Reiterhof ist nicht zu verhindern

Ulrich von den Stein, Anwohner der Voßbeckstraße, hat große Bedenken. Auch die Zunahme des Verkehrs bereitet ihm Sorgen.
Ulrich von den Stein, Anwohner der Voßbeckstraße, hat große Bedenken. Auch die Zunahme des Verkehrs bereitet ihm Sorgen.
Foto: WAZ FotoPool
Naturschutzbelange spielen bei der Prüfung des Vorhabens am Auberg keine Rolle. Ein Investor plant dort 48 Pferdestelle. Anwohner rechnen mit großen Belastungen

Der von einem Investor an der Voßbeckstraße am Auberg geplante Reiterhof mit 48 Pferdeställen (die NRZ berichtete) ist aus Sicht der Stadt juristisch nicht zu verhindern. Naturschutzbelange spielten bei der Prüfung des Vorhabens keine Rolle. Diesen Eindruck nimmt Ulrich von den Steinen, Anwohner der Voßbeckstraße aus einem Gespräch mit, das er zusammen mit Bernd Heimbach und Manfred Kellermann von der Bürgerinitiative Auberg am Montagabend mit Baudezernent Peter Vermeulen und Planungsamtsleiter Jürgen Liebich geführt hat.

„Der von uns mehrfach und nachdrücklich vorgebrachte Gedanke des Landschafts- und Naturschutzes und der Erhaltung des Naherholungsareals Auberg fand keine Würdigung. Wir haben den Eindruck gewonnen, dass die Vertreter der Stadt den Weg des geringsten Widerstandes gehen, genehmigen, um Geld in die klammen Kassen der Stadt zu spülen“. Bei einer Ablehnung hätte, so ihre Vermutung, der Bauherr den Rechtsweg beschritten. Das sollte wohl auf jeden Fall vermieden werden.

Liebich weist darauf hin, dass der Bauherr ein Genehmigungsrecht hat, wenn ihm die Landwirtschaftskammer die Wirtschaftlichkeit und der Landschaftsbeirat die Naturverträglichkeit seines Vorhabens bestätigen. Mit dem Bescheid der Landwirtschaftskammer rechnet er in der kommenden Woche. Und der Landschaftsbeirat behandelt das Thema am 10. Oktober. Während Anwohner von den Steinen darauf hinweist, dass die Grenzen zwischen Natur- und Landschaftsschutzgebiet am Auberg fließend seien, unterstreicht Liebich, dass das insgesamt 2700 Quadratmeter große Planungsareal, das schon früher landwirtschaftlich genutzt worden sei, eindeutig im Landschaftsschutzgebiet liege und nur zur Hälfte bebaut werden solle. Außerdem werde es für die geplanten Flächenversiegelungen, Ersatzpflanzungen gesehen.

Ein eindeutiges Votum für oder gegen das Projekt kann der Vorsitzende des Landschaftsbeirates, Peter Keil, zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehen. Er selbst sieht zwar in Details Diskussionsbedarf, hält den Reiterhof aber grundsätzlich für genehmigungsfähig, wenn strenge Auflagen beachtet werden, die eine Beeinträchtigung des Feuchtbiotops am Auberg ausschließen und den Erhalt des Landschaftbildes garantieren. Dazu gehören für ihn unter anderem eine Verlagerung des Reitweges im Süden der Hofanlage, die Begrenzung des PKW-Zufahrtsverkehrs auf die Voßbeckstraße und eine auf Pferdetransporter beschränkte Nutzung des Feldweges der von der Solinger Straße über den Auberg zur Hofanlage an der Voßbeckstraße führt.

Liebich betont, dass eine Genehmigung nur dann versagt werden könnte, wenn der Landschaftsbeirat schwerwiegende öffentliche Belange gegen die neue Nutzung des Fichtenhofes ins Feld führen würde. Allerdings habe ein solches Veto durch den Landschaftsbeirat nur aufschiebende Wirkung, wie er einräumt. Die endgültige Entscheidung hätten dann, das sagt auch Keil, der Umweltausschuss und der Stadtrat.

 
 

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