Reitanlage am Uhlenhorst vor der Rettung

Vor zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst Insolvenz an, nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung ab.
Vor zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst Insolvenz an, nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung ab.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Vor zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst Insolvenz an, nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung ab.Die Stadt hat mit einem Privatmann einen Erbpachtvertrag samt Sanierung ausgehandelt.

Mülheim..  Was wird eigentlich aus dem Gelände des ehemaligen Reit- und Fahrvereins am Uhlenhorst? Diese Frage stellte sich WAZ-Leser Ulrich Krautkrämer dieser Tage, nachdem wir über zehn Baustellen berichtet hatten, die die Stadt mit ins Jahr 2014 genommen hat. Vor nun schon zwei Jahren meldete der vom Brandschaden an der Reithalle gebeutelte Verein Insolvenz an. Nun zeichnet sich nach gescheitertem Verkaufsverfahren doch eine Lösung für die in Teilen unter Denkmalschutz stehende Anlage am Broicher Waldweg ab.

„Gebäude verfallen zusehends“

Nach der Insolvenz des Reit- und Fahrvereins hatte der städtische Immobilienservice versucht, das Gelände samt schützenswerter Reitanlage per Bieterverfahren (gegen Höchstgebot) zu veräußern. Doch es fand sich kein Investor, der den Denkmalschutzansprüchen gerecht werden wollte. Forderten einige Bieter die Genehmigung für wesentliche Um- und Anbauten, so schwebte anderen gar vor, exklusiven Wohnraum zu schaffen.

„Seit dem Brand am Rosenmontag 2011 sind nun fast drei Jahre vergangen. Durch die Nichtnutzung der Gebäude verfallen diese zusehends und werden in ihrem Wert stark gemindert“, äußerte Krautkrämer nun seine Sorge. Er befürchte, dass mit fortschreitender Zeit eine Umwidmung des Geländes für Wohnzwecke doch noch Thema werden und die Abrissbirne über dem historisch bedeutsamen Gebäudeensemble kreisen könnte.

Stadtsprecher Volker Wiebels kann beruhigen. Auf WAZ-Nachfrage sagte er am Freitag, dass die Stadt mit einem Privatmann einen Erbpachtvertrag ausgehandelt hat, der den Fortbestand der Anlage ohne Um-, An- und Neubauten sicherstelle. Am 20. Februar habe die Politik im Stadtrat zu entscheiden, ob der Vertrag mit dem Pächter, der „in der Reitszene nicht unbekannt“ ist, abgeschlossen werden kann. 99 Jahre soll die Erbpacht laufen. Der Pächter will sich per Erbpachtvertrag verpflichten, die alte, historisch bedeutsame Militärreitsportanlage zu erhalten und zu sanieren.

Dabei ist unklar, wie hoch der Sanierungsaufwand sein wird. Der Brandschaden von Rosenmontag 2011 ist nur notdürftig behoben worden. Überhaupt steht wohl eine grundlegende Begutachtung an, was die innere und äußere Bausubstanz der Gebäude anbelangt.

Laut Wiebels plant der Pachtinteressent die Eröffnung eines Ausbildungsbetriebes für Pferde und Reiter. Darüber hinaus wolle er auch Reitturniere für die Öffentlichkeit ausrichten. „Die Stadt ist sehr zufrieden mit dem Erbpachtvertrag“, drückte Wiebels seine Hoffnung aus, dass das erzielte Verhandlungsergebnis mit dem Privatinvestor bei der Politik auf Gegenliebe stößt.

Die großzügige Anlage ist bei der Stadt als erhaltenswert eingestuft. Die strenge Architektur rund um einen rechteckigen Platz zeigt den ursprünglichen Zweck der ehemaligen militärischen Reitanlage.


Ein früherer Erwerbsinteressent hatte ein Investitionserfordernis von gut 1,5 Mio. Euro kalkuliert, um die Anlage auf modernen Stand zu bringen.


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