Mülheim

Reisen geht durch den Magen - Diese Mülheimerin kennt unfassbare Orte jenseits der Touri-Hotspots

Reisebloggerin Jessica Niedergesäß kennt viele kulinarische Geheimtipps.
Reisebloggerin Jessica Niedergesäß kennt viele kulinarische Geheimtipps.
Foto: Jessica Niedergesäß
  • Jessica Niedergesäß ist Reisebloggerin
  • Über die Küche eines Landes erlebt sie fremde Kulturen
  • Ihr Blog verrät dir tolle Geheimtipps - und dreht sich nicht nur ums Essen

Mülheim. Jessica Niedergesäß redet viel. Besonders in ihren Urlauben. Da spricht sie wildfremde Menschen an. Mal auf Spanisch. Mal auf Englisch. Mal nur mit wilden Gesten mit ihren Händen.

Die Mülheimerin reist für ihr Leben gern. Und für Geschichten.

Diese schreibt sie in ihrem Reiseblog auf. Hier erzählt sie von ihren Abenteuern fernab der großen Touristen-Ziele.

Angefangen hat das Reisefieber bei Jessica mit 18. Pauschalreisen mit ihrer Familie haben sie gelangweilt. Sie wollte stattdessen „wirklich etwas von der Welt sehen".

Sie übernachtet bei Fremden

Es ging nach London, Teneriffa auch nach Mallorca. Aber nicht zum Ballermann. Kleine Ortschaften standen auf ihrem Reiseplan.

Dafür übernachtet sie bei Fremden. Über Airbnb und Cochsurfing dringt sie ein in die Welt der Locals, der Einheimischen. Und die werden ihr Reiseguide.

„In den Tourismus-Zentren lernst du nicht das authentische Leben in einem Land kennen", hat die 27-Jährige erkannt.

Und deshalb eine ganz einfache Strategie entwickelt, wie ihre Urlaube einzigartig werden.

Über das Essen die Kultur verstehen

Seit gut zwei Jahren schreibt sie die Erlebnisse auf ihren Reisen auf. Vor einer Reise hatte sie selbst einen Reiseblog verschlungen. Da dachte sie sich: „Vielleicht interessieren meine Erfahrungen ja auch andere Reisende."

Länder erkundet sie oft über ihren Magen. In ihrem Blog wimmelt es von Berichten über leckeres Essen fernab der Heimat. Foodtouren durch Little Italy in New York City, ein traditionelles Neujahrsmahl in Sri Lanka. „Durch den kulinarischen Zugang kann man die fremden Kulturen meist viel einfacher verstehen."

In Sri Lanka ging es nur übers Essen. Ein Einheimischer lud sie und ihren Freund zum Neujahrsessen ein. „Der größte Festtag der Menschen dort." Eine gemeinsame Sprache? Gab es nicht: Stattdessen wurde gekocht. Gegessen. Und sich mit den Händen unterhalten. Was bliebt: „Ein unfassbar toller Abend."

Damit solche gelingen, gehören Fragen und eine große Portion Neugierde bei jeder Reise in ihr Handgepäck. Der Reiseführer bleibt zu Hause. „Ich quatsche einfach die Einheimischen an. Frage, wohin ich gehen soll. Denn wer kennt eine Stadt besser als die Menschen, die dort leben?" Step-by-Step entstehen so ihre Reiserouten.

Zuhause: akribische Vorbereitung - vor Ort das Bauchgefühl

Einmal im Monat packt Jessica ihren Koffer. Städtetrip. Immer mit dabei ist ihr Freund. Den hat sie mit dem Reisefieber angesteckt. Jährlich steht dann ein längerer Urlaub an. Borneo wird es bald. Jessica bereit sich bereits akribisch darauf vor.

„Ich höre nicht nach dem dritten Artikel bei der Google-Suche auf. Die richtigen Geheimtipps verstecken sich auf den hinteren Seiten."

Meist kennt Jessica ihre Reiseziele erst einen Monat vor Abflug. Das hat auch mit der Finanzierung zu tun. Die Mülheimerin studiert Englisch und Kunstgeschichte, arbeitet nebenbei im Theater. Und guckt deshalb auf jeden Cent.

„Ich bin echt gut darin, Kosten zu kalkulieren. Wenn Flüge in eine Stadt günstig sind, buche ich die. Selbst wenn ich das Land vorhin nicht auf dem Zettel hatte." Auch durch das Couchsurfen spart sie oft viel Geld: „Ich habe aber nie das Gefühl, auf Luxus verzichten zu müssen."

Gesponserte Trips lehnt sie oft ab

Mittlerweile ist ihr Blog so bekannt, dass sie von Reiseveranstaltern Reisen angeboten bekommt. Die nimmt Jessica aber nicht oft an. Zu eingeengt seien dabei ihre Erlebnisse vor Ort.

Ihre Urlaube hingegen folgen einem anderen Prinzip: „Die schönste Art des Reisens ist, wenn man nicht weiß, was einem passiert."

Ihre Erlebnisse kannst du in ihrem Blog nachlesen.

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