Reggae-Jongleure Shotta Paul und DJ Meska setzen aufs Internet

Shotta Paul und DJ Meska legten beim Ruhr Reggae Summer auf.
Shotta Paul und DJ Meska legten beim Ruhr Reggae Summer auf.
Foto: Fabian Strauch
Die Plattenjongleure Shotta Paul und DJ Meska haben weltweit Auftritte. Am Wochenende war das Stuttgarter Duo beim Ruhr Reggae Summer auf der Bühne. Doch nicht nur das. Im Internet machen sie die nach eigenen Angaben meistgehörte Reggae- und Dancehall-Radioshow für den deutschsprachigen EU-Raum.

Mülheim.. Ein Künstler-Leben ist kein Zuckerschlecken. Davon können auch die Plattenjongleure Shotta Paul und DJ Meska ein Lied singen, na ja besser: eine Vinylscheibe abspielen. Auftritte in der ganzen Welt absolviert das Stuttgarter Duo, das jeden Donnerstag im Internet die nach eigenen Angaben meistgehörte Reggae- und Dancehall-Radioshow für den deutschsprachigen EU-Raum macht.

In ihrem Terminkalender fehlte am Wochenende auch nicht die sechste Ausgabe des Ruhr Reggae Summer, wo sie mit ihrer fünften Festival-Teilnahme fast schon zu den alten Hasen gehörten. Die beiden standen aber nicht nur Solo als „Jugglerz“ auf der Soundsystem-Bühne am Styrumer Naturbad, sondern unterstützten auch Schützlinge ihres Record-Labels "Jugglerz Records", die im Programm auftauchten, etwa den Jamaikaner Charly Black.

Stuttgart, Genf, Mülheim

Allein dreimal brachten die „Jugglerz“ von Samstag auf Sonntag jeweils immer für eine halbe Stunde das Festzelt zum Kochen. Zwischen beiden herrscht dabei eine Art Aufgabentrennung, zumindest kann man so ihre Bühnenaktion für Laien beschreiben. Während Meska an Plattenspieler und Regler steht, kommentiert Paul in jamaikanischem Englisch die Songs, heizt das Publikum an – animiert es geradezu. Bis der Schweiß am Ende über die Stirn fließt.

„Wir legen eigentlich jedes Wochenende irgendwo auf“, berichten beide im Gespräch mit dieser Zeitung. Fünf bis zehn Festivals machten sie im Sommer, im Winter kämen eher die Anfragen von Clubs. Neben ihrer in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Szenekennern beliebten Internetradioshow, treten sie zweimal im Monat noch als Partyveranstalter in Stuttgart in Erscheinung. „Übernächste Woche geht's zum Beispiel nach Bermuda“, sagt Shotta Paul alias Paul Spurny (31).

Die Ausführungen des Duos über ihren vollen Terminkalender wirken so schon stressig genug, da scheint es fast unmöglich, dass beide auch noch einer geregelten Arbeit nachgehen: Paul als Junior-Texter in einer Werbeagentur und sein Partner als Sporttherapeut.

Trennung von "Sentinel" sorgt für Irritationen

„Ich hab’ Freitag noch gearbeitet, dann bin ich in Stuttgart zum Flughafen. Von dort ging’s mit Zwischenstopp in Paris nach Genf. Dort hatten wir einen Auftritt, haben bis sechs Uhr Samstagmorgen Party für die Leute gemacht. Dann ins Hotel, später ins Flugzeug nach Düsseldorf, mit Zwischenstopp in Amsterdam, für 45 Minuten in Oberhausen ins Hotel und dann um 19 Uhr nach Mülheim zum Ruhr Reggae Summer“, erzählt DJ Meska alias Martin Willumeit (31) von den Strapazen der letzten Tage. Paul nickt zustimmend.

Dagegen erscheint die An- und -Abreise der Festival-Camper wie ein genüsslicher Ausflug ins Grüne – und ohne Termindruck. Zumindest reisten die Freundinnen der beiden aus Stuttgart mit dem Auto nach und sorgten für moralische Unterstützung.

Diesen Lebenswandel wollen sie nicht missen, schon gar nicht jetzt, wo ein neuer Karriereabschnitt angefangen hat: Nach vielen Jahren trennten sie sich vom Soundsystem „Sentinel“, dem sie bisher angehörten. Nun machen sie als "Jugglerz" ihr eigenes Ding und brachten dazu in kurzer Zeit auch ihre neue Homepage "Jugglerz.de" an den Start.

Dies sorgte in der Szene für Irritationen und böse Gerüchte, und wurde auch in der Mülheimer Festivalzeitung angesprochen. Paul und Martin sehen es gelassen: „Wir hatten uns zerstritten und wir machen eigentlich viel mehr, als wir dort machen konnten. Wegen dieser Einschränkung kam dieser Schritt“, erklärt Paul.

Nachtreten gegen die ehemaligen Kollegen wollen sie aber nicht. Sie konzentrieren sich lieber auf neue Projekte und Künstler, wie den 20-jährigen Miwata aus Karlsruhe. „Wir machen unser Ding. Nicht mehr, nicht weniger.“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen