Mülheim

Seltene Briefmarke von Ex-Tengelmann-Boss Haub versteigert – nach diesem Wahnsinns-Gebot

Erivan Haub (rechts) ist 2018 im Alter von 85 Jahren verstorben. Sein Sohn Karl Erivan (links) ist seit dem 7. April 2018 verschollen.
Erivan Haub (rechts) ist 2018 im Alter von 85 Jahren verstorben. Sein Sohn Karl Erivan (links) ist seit dem 7. April 2018 verschollen.
Foto: imago images / Udo Gottschalk

Mülheim. Seit dem 7. April 2018 gilt Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub nach einer Skitour als verschollen. Bereits Mitte April ging seine Familie jedoch schon davon aus, dass der eigentlich erfahrene Skitourengänger vermutlich tödlich verunglückt ist.

Besonders tragisch: Er verschwand gerade einmal drei Wochen nachdem sein Vater Erivan im Alter von 85 Jahren verstorben war. Jetzt wurde die Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs versteigert.

Tengelmann-Briefmarkensammlung: Stolzer Preis für Rarität

Ein anonymer Bieter ersteigerte die Briefmarke „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“ für stolze 1,26 Millionen Euro.

Beim Druck der Marke aus dem Jahr 1851 sei versehentlich zu grünem statt rosafarbenem Papier gegriffen und damit eine Berühmtheit unter Briefmarkensammlern geschaffen worden, wie das Heinrich Köhler Auktionshaus mitteilte.

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Vier Bieter boten um die begehrte Marke

Gestartet war die Auktion in Wiesbaden, an der sich zwei Bieter im Saal und zwei weitere Bieter am Telefon beteiligten, mit einem Einstiegsgebot von 800.000 Euro.

Den Zuschlag habe schließlich einer der Bieter aus dem Saal bekommen, der aber anonym bleiben wolle, sagte der Auktionshaus-Geschäftsführer Karl Louis.

Erivan Haub im Alter von 85 Jahren verstorben

Der der frühere Tengelmann-Chef Haub war im März 2018 im Alter von 85 Jahren gestorben. Der Milliardär hatte das Unternehmen mit Sitz in Mülheim an der Ruhr mehr als 30 Jahre geführt und Tengelmann zu einem international tätigen Warenhandelskonzern ausgebaut.

„Das Sieggebot ist für uns überraschend höher ausgefallen als gedacht“, erklärte Louis. Unter den deutschen Briefmarkenkundlern gebe es sonst keine Marke, die die Millionengrenze überschritten habe.

Drei Wochen später war sein Sohn während einer Skitour verschollen.

Der Geschäftsführer des Bundes Deutscher Philatelisten, Reinhard Küchler, sagte zu dem erzielten Preis: „Das ist die Champions League. Das Ding ist aber auch einfach toll. Und es wäre wunderschön, wenn man es mal irgendwo sehen könnte.“ Der Baden-Fehldruck hat den Angaben zufolge letztmals 1985 den Besitzer gewechselt.

Erste Briefmarke Deutschlands versteigert

Ebenfalls am Samstag versteigert wurde die erste Briefmarke Deutschlands, der „Elster-Block des schwarzen Einsers“ aus dem Jahr 1849.

Von den 15 Marken des Blocks wurde eine wegen eines Fehlers des Druckers auf dem Kopf stehend gedruckt. Der Block wurde für 500.000 Euro versteigert.

Bedeutendste Sammlung der letzten hundert Jahre

Für die Versteigerung der gesamten Erivan-Sammlung sind in den kommenden fünf Jahren insgesamt 30 Auktionen weltweit geplant.

>>> So geht es ein Jahr nach dem Verschwinden von Karl-Erivan Haub für die Familie weiter

Der Unternehmer hat nach Einschätzung von Experten im Laufe seines Lebens eine der bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre weltweit zusammengetragen. (db/dpa)

 
 

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